Durchziehen! Dranbleiben! Nur noch ein paar Monate! Das Corona-Gewissen in unseren Köpfen rattert die Durchhalteparolen von gestern unermüdlich weiter herunter. Und mittlerweile klingt es in unseren Köpfen wie das Geschreie eines verzweifelten Motivationscoaches. Denn schaut man auch nur einen Tick zu lange woanders hin, sieht man vollgepumpte Fußballstadien, überfüllte Strände und die Aufhebung der Maskenpflicht dort, wo zur nächsten Tea Time schon die nächste Mutation genüsslich wartet. Alles nur Spaß, bis es eben kein Spaß mehr ist, flüstert uns das Corona-Gewissen in einer Sprache zu, die wir in den vergangenen anderthalb Jahren völlig auf links gezogen haben. Wer weiß noch, dass uns eine Mutation nur in Science-Fiction-Streifen gefährlich wurde? Oder als Alpha und Omega für uns nur theologisch, aber nicht virologisch interessant waren? Schlafschafe lagen nur auf der Weide. Kontaktverfolgung klang eher nach einer Straftat und Kontaktbeschränkung erhielt man anschließend hinter Gittern. Und von Mexikos golden-flüssigem Exportschlager braucht man gar nicht erst anzufangen. Was bleibt? Durchhalteparolen von gestern in Worten von heute, die mit den Bedeutungen von vorgestern nichts mehr zu tun haben.

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