Die vier teilnehmenden Frauen des Projekts Digital-Frauen während eines virtuellen Treffens
Die Digital-Frauen tauschen für eine Woche den Job, um neue Perspektiven und Arbeitsmethoden im digitalen Sektor kennenzulernen. // Foto: Stadt Bad Salzuflen

Wie aufgeschlossen öffentliche Arbeitgeber sein können, beweist ein Experiment von zwei kommunalen Digital-Frauen: Sie tauschen für eine Woche den Job, um neue Perspektiven und Arbeitsmethoden im digitalen Sektor kennenzulernen.

Lena Sargalski ist in der Stadt Bad Salzuflen für die Ausgestaltung des digitalen Wandels verantwortlich. Gemeinsam mit einer Kollegin treibt sie das Vorhaben voran, die Anwendungsfelder und Mehrwerte der Digitalisierung für die Stadtgesellschaft erlebbar zu machen und zukunftsfähige Strukturen zu etablieren. Clarisse Schröder ist im Team des Kompetenzzentrums Digitalisierung beim Dachverband kommunaler IT Dienstleister (KDN) für die Koordination des Onlinezugangsgesetzes der Kommunen in Nordrhein-Westfalen zuständig. Das Gesetz sieht vor, dass bis 2023 alle Leistungen der öffentlichen Verwaltung digital zugänglich gemacht werden.

Die beiden treffen sich regelmäßig mit Irina Fuchs, Projektleiterin für Digitalisierungsvorhaben beim Kommunalen Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe (krz) mit Sitz in Lemgo, einem Mitglied im KDN-Dachverband, und Sandra Müller, Chief Digital Officer der Stadt Detmold. „Gerade unter jüngeren Frauen ist der Zusammenhalt in der klassischen Männerdomäne IT wertvoll“, weiß Irina Fuchs.

Nun gibt es ein Update dieses Austauschs: In der Karnevalswoche tauschen Lena Sargalski und Clarisse Schröder ihre Arbeitsplätze. Sie erhoffen sich von diesem „Job Switching“ einen Lerneffekt und eine neue Sicht auf die eigene Rolle. Entstanden ist die Idee im Rahmen des Nachwuchsnetzwerkes des Nationalen E-Government-Kompetenzzentrums N3GZ. Clarisse Schröder: „Es war in einem virtuellen After-Work-Treffen mit Interessierten aus ganz Deutschland, als ich die Mutprobe ankündigte, dieses Experiment umzusetzen.“

Und tatsächlich: Beide Arbeitgeber haben das Vorhaben genehmigt. Melanie Koring, Erste Beigeordnete und Kämmerin der Stadt Bad Salzuflen, erklärt: „Wir sehen eine große Chance in Perspektivwechseln. Die Gestaltung des digitalen Wandels erfordert die Stärkung von interkommunalen und überregionalen Strukturen und fördert die Interessen des Gemeinwohls, um Innnovation und Kreativität voranzutreiben.“ Einzige Voraussetzung: eine gegenseitige Verschwiegenheitserklärung. „Das ist im öffentlichen Dienst Standard. Auf gleiche Weise gehen wir auch bei Praktika und Hospitationen vor“, so Wiebke Borchert, Personalrätin im KDN. Während der Woche machen die beiden jeden Morgen ein gegenseitiges zehnminütiges Briefing.

Lena Sargalski, die im vergangenen Jahr mit einer lippischen interkommunalen Initiative in der Rubrik Bestes Kooperationsprojekt beim Nationalen E-Government-Wettbewerb den ersten Platz belegte: „In Behörden gestalten wir zukunftsfähige Strukturen. Zusammenarbeit und gegenseitiges Verständnis – über institutionelle Grenzen hinweg – sind dabei der Schlüssel.“ Die Arbeitswoche ist bereits prall mit Terminen gefüllt: von Abstimmungen im Team über Online-Veranstaltungen zur digitalen Kommune bis hin zu gemeinsamer Konzeptarbeit in Workshops. Clarisse Schröder betont: „New Work ist bei uns angekommen.“ Nach dem Jobwechsel zwischen dem KDN und der Stadt Bad Salzuflen sollten noch mehr öffentliche Arbeitgeber den Weg ebnen, um diese Zusammenarbeit der besonderen Art zu ermöglichen. Das scheint insbesondere in Zeiten der Digitalisierung keine große Hürde zu sein.

Über das Kommunale Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe (krz):

Das Kommunale Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe (krz) in Lemgo ist seit 1972 Informatik-Dienstleister der Kreise Minden-Lübbecke, Herford und Lippe sowie von inzwischen allen 36 Städten und Gemeinden aus diesen Kreisgebieten und der Stadt Nieheim. Direkt oder indirekt werden über 11,5 Mio. Einwohner in NRW mit Services des krz betreut. Das krz ist bekannt für einen ausgeprägten Datenschutz sowie eine höchstmögliche Datensicherheit und ist der erste kommunale IT-Dienstleister mit der BSI-Zertifizierung (ISO 27001). Mehr unter: www.krz.de

Über den KDN:

Der KDN – Dachverband kommunaler IT-Dienstleister ist mit seinen 29 Mitgliedern, die gemeinsam über 17 Millionen Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen versorgen, ein wichtiger Partner der Kommunen und des Landes im Prozess der Verwaltungsdigitalisierung. In den KDN-Medien – auf der Webseite, im Blog, auf Twitter und YouTube, im Newsletter und in Presseartikeln – wird regelmäßig über Neuigkeiten rund den kommunalen, digitalen Wandel in NRW berichtet. Mehr unter:www.kdn.de

(Text: Pressemitteilung der Stadt Bad Salzuflen)

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