Christiane F. –
Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
Regie: Uli Edel
Mit Natja Brunckhorst, Thomas Haustein, Jens Kuphal, David Bowie
Deutschland 1981 / Drama
ab 16 Jahren
126 Minuten
EuroVideo Medien

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Die Geschichte von Christiane F. wurde vor mehr als 40 Jahren im Kino erzählt. Und obwohl das Drama auch als großartiges Zeitdokument für das Berlin der 70er- und 80er-Jahre gesehen werden kann, bleibt der Film aktuell und aufwühlend.

Christiane F. ist erst 13 Jahre alt, als sie auf die schiefe Bahn abdriftet. Über Haschisch, Trips und ihre Freunde gerät sie an harte Drogen. Ihr Lebensumfeld in der Westberliner Hochhaussiedlung in Gropiusstadt ist trist, das Familienleben karg und die Versuchung, dem Alltag zu entfliehen, umso größer.

Aus dem neuen, benebelten Lebensgefühl entsteht allerdings schnell eine körperliche Sucht. Christiane kann nicht mehr ohne Heroin, und so gerät sie in einen Abwärtsstrudel aus Rausch, Ernüchterung und dramatischen Zwängen. Um sich das Geld für den nächsten Schuss beschaffen zu können, schafft sie an. Auf dem Kinderstrich am Bahnhof Zoo. Statt der vermeintlichen Freiheit erlebt das junge Mädchen schon bald Verrat, Verfall und Tod. Auch ihre engsten Freunde bleiben davon nicht verschont.

Christiane bewegt sich in den kommenden Monaten auf einem schmalen Grat zwischen Leben und Sterben. Mit 15 Jahren hat sie bereits fast alles durch, was einen Menschen (und seine Träume) zerstören kann. Versuche, der Drogenhölle zu entkommen, schlagen fehl. Als ihre Situation völlig ausweglos erscheint, übernimmt ihre Mutter einen weiteren Rettungsversuch. Es könnte der letzte sein.

1981 drehte Uli Edel (Letzte Ausfahrt Brooklyn) den Film Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo. Die biografische Geschichte der jungen Berlinerin wurde bereits 1978 als Buch veröffentlicht. Sowohl das Kinodrama als auch das Buch lösten zu ihrer Zeit heftige Reaktionen aus, denn nie zuvor wurde so offen und ähnlich direkt aus der Hölle des Drogenmissbrauchs berichtet.

David Bowies kurze, aber wuchtige Mitwirkung an diesem Film könnte passender nicht sein. Seine Hymne Heroes / Helden wird auf ewig mit dem Soundtrack des Drogendramas verbunden sein. Zudem hat Bowie ebenfalls harte Drogen und die geteilte Stadt erlebt. Für ihn waren die Berliner Jahre allerdings die Jahre der Besinnung und des Clean-Werdens.

Am 7. April 2022 wurde das Drama neu veröffentlicht – in 4K als DVD, Blu-ray, digital sowie als 4K UHD. Darüber hinaus erscheint auch ein exklusives Mediabook inklusive einem 24-seitigen Booklet mit Beiträgen zur Filmentstehung.

Die Neuveröffentlichung wurde mit neuem Bonusmaterial ausgestattet. So gibt es nun einen Audiokommentar von Regisseur Uli Edel, ein Interview mit Hauptdarstellerin Nadja Brunckhorst sowie deutsche Untertitel für Hörgeschädigte.

Rainer Tautz

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