Three Thousand Years of Longing
Regie: George Miller
Mit Idris Elba, Tilda Swinton, Aamito Lagum
109 Minuten
Drama, Fantasy, Romanze

© 2022 LEONINE Studios

Three Thousand Years of Longing: Was für ein Spektakel. Idris Elba verwandelt sich in einen Flaschengeist. Überdimensional, hellhörig und zutiefst philosophisch.

Dass Mad-Max-Regisseur George Miller ganze sieben Jahre nach seiner letzten Straßenschlacht Fury Road noch einmal alle wichtigen Hebel eines großen Films bewegen würde, hätten man nicht unbedingt erwarten können. Immerhin war der Australier schon satte siebzig Jahre alt, als er 2015 den vierten Mad-Max-Teil inszenierte. Das Ergebnis machte seinerzeit allerdings in äußerst beeindruckender Weise deutlich, dass der Altmeister absolut nichts von seinem guten Timing und seinem Gespür für bombastische Bilder eingebüßt hatte. Man durfte also durchaus noch etwas von Mr. Miller erwarten. Und das folgte nun – durch einige coronabedingte Verzögerungen – erst in diesem Sommer.

Dschinn, der Flaschengeist

George Miller erzählt (als Regisseur, Produzent und Co-Autor) in Three Thousand Years of Longing die Geschichte der Literaturwissenschaftlerin Dr. Alithea Binnie (Tilda Swinton), die in die Türkei reist, um von dort einen temporär riesigen Flaschengeist (Idris Elba) mit nach Hause zu bringen. Allerdings versehentlich, da ihr das Fläschchen auf einem Basar eher zufällig in die Hände fällt.

Frisch aus dem Glasbehältnis geschlüpft, verwickelt der Geist seine neuen Besitzerin schnell in einen netten, anspruchsvollen Plausch. Und fast ebenso zügig erfahren dabei beide Figuren das Wesentlichste aus dem Leben der jeweils anderen. Zudem macht der Dschinn der Wissenschaftlerin ziemlich unmissverständlich klar, dass sie ihn aus dem jämmerlichen Dasein als Flaschenpost befreien könnte, sofern er ihr wiederum drei Herzenswünsche erfüllen darf. Doch gerade damit hat die sehr gebildete und recht abgeklärte Alithea ein echt großes Problem. Um seine missliche Lage zu erklären und seine Not deutlich zu machen, holt der Geist verbal ziemlich weit aus.

Farbenfrohe Zeitreise

Was nun folgt, ist eine farbenfrohe, fulminant bebilderte Zeitreise durch dreitausend Jahre Dschinn-Biografie. Sie ist geprägt von Liebe und Schmerz, von Hoffnung und Enttäuschungen, von Fügungen und vor allem von Zufällen. Es passiert schließlich, was passieren muss: Alithea verliebt sich tatsächlich in den Flaschengeist. Zudem hat sie beste Chancen, mit ihren Herzenswünschen das fast perfekte Happy End für sie beide herbeizaubern. Allerdings ist nur das fast perfekte Happy End möglich.

Fast perfekt ist auch dieses filmische Kammerspiel mit Tilda Swinton und Idris Elba. Zwar hat man sich mittlerweile an die grenzenlosen Möglichkeiten der virtuellen Hollywood-Trickkiste gewöhnt, doch die hier dargebotenen visuellen Effekte sind einfach atemberaubend – und außerdem stimmig in die Geschichte(n) eingebunden. Märchen (ohne Will Smith oder Disney-Figuren) sind allerdings nicht jedermanns Sache, so dass Three Thousand Years of Longing an den Kinokassen nicht das gewünschte Ergebnis erzielte.

Rainer Tautz

Hier geht es zum Trailer von Three Thousand Years of Longing.

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