08.12.2011 // Entwarnung für jahrhundertealtes Naturdenkmal

Vielen Spaziergängern entgleisten in den letzten Tagen beim Anblick der Absperrungen und Schilder mit der Aufschrift „Baumfällung“ im Schötmaraner Schlosspark regelrecht die Gesichtszüge.
Das Alter der riesigen Linde auf dem Hügel vor dem Schloß Stietencron kann wohl heute nur noch geschätzt werden, laut historischen Quellen soll sie aber zum Urbestand des Parkes gehört haben und wäre damit schon im ausgehenden 18. Jahrhundert gepflanzt worden. Mythen und Erzählungen alteingesessener Schötmaraner berichten von einem ehemaligen Bunker, der sich unter dem Hügel befinden soll. In Wahrheit war es wohl lediglich ein kleiner Verschlag, aus dem der eine oder andere dieser älteren Herren gerne mal ein paar Äpfel gemopst hat.
Was auch immer sich darunter befindet, Sorge bereitet aktuell die Linde selbst. Bei der Begutachtung durch einen Sachverständigen wurde eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben der Spaziergänger festgestellt, woraufhin der „Einzugsbereich“ der Linde großflächig abgesperrt und beschildert wurde. Vor allem die Schilder „Baumfällung“ sorgten in der Folge für wildeste Spekulationen und erwiesen sich somit als eine suboptimale Wahl. Denn tatsächlich ist keineswegs vorgesehen, die gute alte Linde komplett zu fällen, vielmehr geht es darum, dass sie massiv zurückgeschnitten werden muss, um auch den kommenden Winter schadlos zu überstehen und uns in gewohnt farbenfroher Pracht im Frühjahr 2012 im Schlosspark zum Verweilen einzuladen.
Das genaue Ausmaß der Beschneidung muss nun in Abstimmung mit dem Kreis Lippe festgelegt werden, da die Linde wie eingangs erwähnt unter Denkmalschutz steht. Die Schilder wurden zur Beruhigung der Bevölkerung mittlerweile durch Schilder Nr.259 (StVO) „Verbot für Fußgänger“ ersetzt.

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Das meinen andere Leser zu "08.12.2011 // Entwarnung für jahrhundertealtes Naturdenkmal":


schrieb am

Ich bin zwar kein Dendrologe aber ist das nicht eher ein Ahorn als eine Linde? Egal, in beiden Fällen dürfen wir Schötmaraner uns noch länger an dem Anblick dieses großen Baumes erfreuen. Unter dem leider längst verschwundenen Freisitz soll sich übrigens kein Bunker sondern der ehemalige Eiskeller des Schlosses befinden.

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schrieb am

Uff! Einmal durchatmen und dann freuen, dass der alte Baum stehen bleibt. Was würden die Heerscharen von Frischverheirateten zu dem fehlenden Motiv sagen? Von dem historischen Verlust mal ganz abgesehen …

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