20.01.2012 // Gunzi Heil – Der Musengau

Gunzi Heil liess die Gelbe Schule mit seinem „Musengau“ vor Lachen erbeben. Das geistige und musikalische Feuerwerk (Klavier, Gitarre, Melodica und Mundharmonika) dauerte zur Freude des Publikums über zwei Stunden. Der Künstler aus Karlsruhe ist mehr als Kabarettist, er ist Stimmenimitator, Puppenspieler und Musiker in Personalunion. Mit der Liebe zum Detail nahm er den großen Saal auseinander: „Ist das Dreieck schnurz oder ist es ein Innenarchitektenpfurz?“ und kritisierte auch die „Läppische Landes-Zeitung“, die die Lage in Lage erklärt mit der Handpuppe Marcel Reich-Ranicki. „Auf die Linksabbiegerrrrspur in Lage folgt eine Bürrrrgerinitiative für Rrrrrechts­abbieger, die sich das Linksabbiegen nicht gefallen lässt!“ Ein weiterer Höhepunkt war die akustische Darstellung des Filmes „Spiel mir das Lied vom Tod“, inklusiv Fliege und Schaukelstuhl, oder Perlen deutscher Dichtkunst wie Märchen in 100 Sekunden oder Goethes Faust als Persiflage in Reimform. Auch Kritisches war zu hören, wie beispielsweise die Frage, was das Geld in der Zeit unternimmt, wo es beim Online-Banking verschwindet um erst Tage später auf dem Konto des Adressaten wieder aufzutauchen? Auch Schulbücher kamen nicht gut weg; was nützt es, wenn Mann eine gutgebaute Frau ansprechen will und es fällt ihm nur der Satz ein: „Look, this is an Umbrella!“

Im Interview versicherte der sympathische 43-Jährige übrigens, dass sein Name kein Künstlername sondern echt sei. Er habe Literatur und Philosophie studiert und während des Studiums ausreichend Zeit gehabt, mit gecoverten und selbstgeschriebenen Songs als Musiker aufzutreten. Seit über 10 Jahren würde er professionell als Kabarettist arbeiten. Seine Texte schreibe er selber; die Puppen seien von einem Profi gefertigt.

Petra H.: „Gefällt mir, ich komme gar nicht so schnell mit, wie er das raushaut.“

Friedrich Sch.: „Er gibt einem nicht das Gefühl, das alles einstudiert ist, sondern geht auf das Publikum ein“.

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