Stadtgeschichte(n): Der Aufstieg und Fall der Badehäuser

Die Badehäuser von Leopold und Woldemar

Die Badehäuser von Leopold und Woldemar

Fotos: Sammlung Meinardus // Collage: so

Mit dem alljährlich mehr aufblühenden Rosengarten wird der Kontrast immer deutlicher: Nicht nur das Kurhaus steht leer, auch im Leopoldbad ist derzeit kein Kaffeegedeck zu bekommen.

Noch vor 25 Jahren hatte das Leopoldbad eine ganz andere Funktion: 1905 als Badehaus erbaut, war es eine zeitgemäße Erweiterung des ursprünglichen Nachbarhauses, dem Woldemarbad (1895 errichtet). Beide Badehäuser wurden nach lippischen Fürsten benannt und bildeten den neuen Kurbezirk.

Während das Woldemarbad nach 60 Jahren abgerissen und durch einen dem Zeitgeist gemäßen Neubau ersetzt wurde, blieb das Leopoldbad unverändert. Es wurde ergänzt durch einen Anbau an der Bismarckstraße. Nach dem Bau des Inhalatoriums und des Badehaus 1 war ein ganzer Badehaus-Komplex zwischen Rosengarten und Bismarckstraße entstanden. Mit dem Rückgang der Kuren änderten sich auch die Nutzungen: Das Leopoldbad wurde zur Werkstatt des Staatsbades. Die Bausubstanz hatte schwer gelitten: Im Kellergeschoss lief die Sole in offenen Kanälen ab – das aggressive Salzwasser war höchst ungesund für Ziegel und Fundamente.

Nach der Einweihung des heutigen Vitalzentrums wurde der Badebetrieb komplett verlegt und es wurden Stimmen laut, die alten Badehäuser abzureißen. Viel Protest und der Verkauf des Areals verhinderten diese Pläne. Nachdem sich ein Investor gefunden hatte, begannen die Badehäuser ab 1998 ihre Verwandlung in ein qualitativ hochwertiges Klinik-Hotel. Eine Millionen-Pleite brachte das Projekt zwischenzeitlich fast zum Erliegen, doch das historische Ensemble zeugt heute noch vom Glanz der Jahrhundertwende.

Das Woldemarbad gibt es heute nicht mehr. An seiner Stelle befindet sich der Innenhof über der Tiefgarage. Dem Leopoldbad wäre eine baldige Wiederauferstehung zu wünschen.

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