Stadtgeschichte(n): Die ungebaute Bleiche

Planung Dammstrasse Muehlenstrasse Steege

Foto: Stadt Bad Salzuflen

Schon 1929 war der Straßenverkehr ein Problem in Bad Salzuflens Innenstadt.

Das Stadtbauamt stellte im Oktober des Jahres fest: „In der letzten Zeit wird die städtische Bleiche zwischen Bleich- und Dammstraße stark im Durchgangsverkehr benutzt. Milchwagen, Kohlewagen, die Erdfuhrwerke der Lipp. Badeverwaltung und dergleichen fahren über den unbefestigten Platz und machen bei eintretendem Regenwetter alles grundlos und für den Fußgängerverkehr unmöglich. Die Aufstellung von Sperrschildern ist m.K. zwecklos. Ferner habe ich festgestellt, dass mehrere Privatleute auf der Bleiche Wäschepfähle aufgestellt haben und die Bleiche zum Trocknen benutzen. Es dürfte zweckmäßig sein, hierfür eine Gebühr zu erheben.“

1950er Jahre: Luftaufnahme Parkstrasse, Dammstrasse, Kurpark

Foto: Stadt Bad Salzuflen

Abhilfe des Missstandes sollte ein Entwurf schaffen, der eine Verbreiterung der Unteren Mühlenstraße vorsah. Eine neue Brücke über die Salze und die Verbreiterung der Brücke an der Dammstraße hätten dabei eine völlig neue Straßenkreuzung entstehen lassen. Auch eine Verlängerung der Bleichstraße war vorgesehen, da die Lippische Bäderverwaltung den Bau eines Hotels plante; dort, wo heute das Salinen-Café zu finden ist. Nach dem Ausheben der Baugrube wurden die Arbeiten aufgrund der Weltwirtschaftskrise wieder eingestellt. 1931 entschied die Stadt, die „Bleiche in angemessener Form zu planieren und dann die Fläche städtebaulich zu gestalten.“ Aber nur, wenn die Lippische Badeverwaltung die Baugrube nicht durch eine gärtnerisch angemessene Ausgestaltung verschönert.“ Die Badeverwaltung antwortete: „Sobald die Verhältnisse und Mittel es erlauben, werden wir der Errichtung eines Badehotels auf unserem Grundstück an der Bleiche wieder nähertreten.“ Bis dahin wolle man sich provisorisch an die Gestaltung der Stadt anlehnen.

Die Arbeiten blieben ein Provisorium, bis der Platz in den 1950er-Jahren dringend gebraucht wurde: Die Wirtschaftswunder-Gäste der Stadt benötigten Parkflächen für ihre Statussymbole. In den 1970ern wurde dann die Bleiche überbaut. Heute steht hier das Kurpark-Center an der verlängerten Millau-Promenade. Und zwischen Dammstraße und Konzerthalle wird sich bald mit dem neuen Kurparkeingang Süd schon wieder etwas verändern.

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