Stadtgeschichte(n): Bad Salzuflen im Wandel

Foto alte Wandelhalle Bad Salzuflen in den 1950er Jahren // Foto:

Die alte Wandelhalle in den 1950er Jahren

Na endlich! In diesem Jahr soll die Wandelhalle als Teil des Erlebnisraums Sole & Kneipp in Betrieb gehen.

Neben dem Angebot an heimischen Heilmitteln und Gesundheitsprodukten wird die Halle auch einiges zur Stadtgeschichte bieten (wir berichteten bereits darüber). Ein Stück Geschichte ist die Wandelhalle ja selbst schon. Ihre Anfänge gehen auf die Jahrhundertwende zurück. Am ersten Brunnenausschank am Gradierwerk wurde eine hölzerne Halle erbaut, damit die Kurgäste wind- und wettergeschützt die heilsame Sole zu sich nehmen konnten.

Foto erste Wandelhalle um 1910

Die erste Wandelhalle aus Holz in den 1910er Jahren

Mit dem Kurort wuchs auch die Wandelhalle. Aus dem hölzernen Bau wurde 1912 eine erste Steinkonstruktion – mit einem grün gefliesten Trinkbrunnen in der Mitte. Ein Modell davon existiert noch heute. Während Glanz und Gloria des Kaiserreiches vergingen, machte sich Bad Salzuflen nach dem Ersten Weltkrieg daran, eines der führenden Heilbäder Deutschlands zu werden.

Die Wandelhalle wurde 1924/25 noch einmal erweitert. Als mehrflügelige Anlage mit begrünten Innenhöfen, großen Fenstern und kleinen Ladengeschäften präsentierte sie sich bis in die 1950er-Jahre. Ein Ärgernis war der zu enge Durchlass der Salze unter dem Gebäude: Nach Starkregen oder zur Schneeschmelze sorgte das sonst harmlose Flüsschen im Kurpark und in der Wandelhalle für nasse Füße.

Übersicht Wandelhalle und Musikpavillion in den 1910er Jahren

Übersicht Wandelhalle und Musikpavillion in den 1910er Jahren

Angesichts der wieder anziehenden Übernachtungszahlen, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg abzeichneten, plante man Ende der 1950er-Jahre unter dem Motto Think Big ein neues Kur-Zentrum. Von 1960 bis 1963 wurde der Kurpark zur Großbaustelle. Die alte Wandelhalle und die kleinere Musikhalle wurden abgebrochen, an ihre Stelle traten die Konzert- und die neue Wandelhalle. Ein kleiner Bau verband die beiden Gebäude miteinander, ein Café und Vortragsräume fanden ihren Platz.

Die Dimensionen der Wandelhalle machen deutlich: Hier wurde mit Zuwachs gerechnet. Das Gebäude misst 128 Meter Länge und eine Grundfläche von 1.600 Quadratmetern. Nach der äußeren und inneren Sanierung soll nun der Glanz zurückkommen. Vielleicht erlebt das alte Haus ja wieder Besucherströme wie in seinen besten Tagen. Think Big …

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