3 + 3 Fragen an Timo Sendker

Timo Sendker

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Der doppelte Marktmeister

Timo Sendker ist Frühaufsteher. Bei Wind und Wetter sorgt er dafür, dass auf den Wochenmärkten in Bad Salzuflen und Schötmar alles wie am Schnürchen läuft.

Herr Sendker, wie sieht Ihr typischer Markttag aus?
Ich stehe um fünf Uhr auf und beginne meinen Dienst um sechs. Heute Morgen ging es eher ruhig zu. Stressiger wird es meist am Samstag, da sich dann noch mehr Händler den begrenzten Platz teilen müssen. Zu den Stammhändlern kommen immer wieder freie hinzu, denen ich einen Platz zuweise. Zudem kümmere ich mich um die Abrechnung der Standgebühren auf beiden Wochenmärkten in Schötmar und Bad Salzuflen, ich kontrolliere die Einhaltung der zugewiesenen Stellflächen, prüfe die Rettungswege und schlichte schnell kleine Uneinigkeiten vor Ort.

Sie gehen auch mal dazwischen?
Das muss ich nicht. Hier geht alles vernünftig zu. Ab und zu verirren sich frühmorgens Leute zu uns, die die wilde Partynacht noch nicht beendet haben. Ich achte dann auf die Sicherheit und bewahre den Marktfrieden.

Wer bestimmt, welcher Händler auf welcher Position steht?
Stammhändler haben über Jahre ihren Platz. Den freien Händlern weise ich geeignete Stellen zu. Bisher haben wir noch jeden untergebracht.

Welche Zukunft haben die Wochenmärkte in Schötmar und Salzuflen?
Menschen, die Qualität und Frische schätzen, werden immer den Wochenmarkt aufsuchen. Bei uns verkaufen zahlreiche Händler eigene Produkte, z. B. die Gärtner, Geflügelhändler, Bäcker, Obst- und Gemüsehändler. Für sie gilt: Morgens frisch geschlachtet oder geerntet und gleich weiter in den Verkauf. Solche Qualität ist sonst eher selten. Die Wochenmärkte bieten ein ganz besonderes Einkaufserlebnis. Bei uns ist auch der soziale Kontakt wichtig, man spricht ja nicht umsonst vom Treffpunkt Wochenmarkt. Viele Kunden nutzen gerade am Samstag die Gelegenheit, in die Zentren zu fahren, einzukaufen und zu klönen. Ein attraktiver Wochenmarkt ist für eine Stadt genauso wichtig wie eine attraktive Innenstadt für den Wochenmarkt. Insofern hat der Wochenmarkt nach wie vor seine Berechtigung und Zukunft.

Wie reagiert der Wochenmarkt auf Billig-Angebote großer Discounter?
Wer Preise vergleicht, wird feststellen, dass der Wochenmarkt in der Regel sehr gut mit den Discountern und SB-Märkten mithalten kann. Oftmals sind dort nur die Sonderangebote wahnsinnig günstig. Der Rest liegt im gleichen Preissegment wie unsere Preise. Die Qualität der Waren unterscheidet sich aber manchmal gewaltig. Unsere Händler suchen sich von allem das Beste heraus, außerdem darf bei uns jeder probieren. Unser Service am Kunden ist nicht mit einer Supermarktabteilung zu vergleichen!

Welche Sortimente gehören auf einen Wochenmarkt, welche nicht?
Die Grundsortimente sind Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch, Milcherzeugnisse und Backwaren. Dazu kommen bei uns dann noch besondere Produkte wie Lippischer Pickert. Generell kann man versuchen, alles auf einem Wochenmarkt zu verkaufen, auch Taschen und Bekleidung. Der Marktmeister entscheidet aber, ob es zu diesem Markt passt oder nicht. Ein Wochenmarkt muss Abwechslung bieten, dabei aber einen gewissen Standard halten.

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