Fruchtgarten
Birgit Schürmann ist bei Wind und Wetter gut gelaunt. Foto: ar

Zwischen Boskoop und Buddhas Hand

Birgit Schürmann ist seit 17 Jahren Inhaberin des Fruchtgarten-Pavillons auf dem Platz Am Schliepsteiner Tor. Von hier aus versorgt die Frühaufsteherin selbst an Nicht-Markttagen die Innenstadt mit frischem Obst, knackigem Gemüse und gesunden Vitaminen.

Hallo Birgit, wann beginnt für dich der Arbeitstag?
Um 4 Uhr ist die Nacht vorbei. Dann klingelt der Wecker und mein Arbeitstag beginnt – auf zum Großmarkt in Bielefeld. Hier wird das frischeste Obst und Gemüse einzeln und per Hand ausgesucht und eingekauft. Danach mache ich meinen Pavillon fertig und um 9 Uhr wird geöffnet. Erst um 18 Uhr wird wieder zugemacht. Anschließend räume ich noch auf und gegen 19 Uhr beginnt der Feierabend. Spätestens in neun Stunden klingelt wieder der Wecker.

Seit 17 Jahren bei Wind und Wetter zwölf und mehr Stunden auf den Beinen – macht das noch Spaß?
Und wie! Übrigens: Ich bin schon seit 21 Jahren selbstständig. Schon in der Brüderstraße habe ich mein eigenes Geschäft geführt; davor war ich dort und auf dem Wochenmarktstand meines Vaters beschäftigt. Seit meinem 14. Lebensjahr verkaufe ich Obst und Gemüse.

Apropos Wochenmarkt: Auch auf dem Salzhof hast du deinen eigenen Stand.
Zweimal in der Woche, dienstags und samstags, stehe ich dort. Allerdings machen wir Marktbeschicker in den kommenden Wochen Platz für den Weihnachtstraum. Wir sind bis zum Januar einige Meter weiter an der Steege anzutreffen – zu den bekannten Marktzeiten und mit dem gleichen Angebot wie auf dem Salzhof.

Kommen wir zu deinem Angebot: Was kommt an, was geht zurzeit gar nicht über die Ladentheke?
Wie immer im Herbst sind jetzt Obst- und Gemüsesorten mit reichlich Vitamin C der Renner. Zitrusfrüchte aller Art schmecken jetzt besonders gut und stärken die Abwehrkräfte. Ohnehin achte ich darauf, dass das Angebot zur Jahreszeit passt. Saisonware beziehe ich, soweit es möglich ist, aus der Region. Sorten, die im Winter nur gut aussehen, aber geschmacklos sind, biete ich gar nicht erst an.

Und was ist, wenn ein Kunde dennoch etwas Spezielles sucht? Dann bekommt er es auch von mir.
Nahezu jedes essbare Pflanzenteil kann ich in wenigen Tagen besorgen – eine Bestellung genügt. Vor einiger Zeit habe ich beispielsweise für eine Kundin Buddhas Hand besorgt: Das hört sich nach einem brutalen Gemetzel an, ist aber nichts anderes als der Verkauf einer seltenen, sehr aromatischen Zitronenfrucht.

Die Baumaßnahmen in der Innenstadt erlebst du Tag für Tag hautnah mit. Dein Zwischenfazit?
Aus den Reaktionen meiner Kunden merke ich, dass die Veränderungen weitgehend sehr positiv aufgenommen werden. Aus den Reaktionen meiner Einzelhandelskollegen merke ich, dass die Baustellen sehr bald zu Ende gebracht werden sollten.

Zum Schluss dein Genießertipp: Welches Gemüse kochst du heute?
Keines. Kochen ist im Gegensatz zum Backen nicht mein Ding. Ich setze auf Essen auf Rädern. Mein Vater bringt mir täglich etwas von dem Guten, was meine Mutter zuvor gekocht hat. Perfekt, oder?

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