Buch-Tipp: Tausend Deutsche Diskotheken

Waren die Achtziger wirklich so? Der Dramatiker und Autor Michel Decar beschreibt in seinem Krimi das Jahrzehnt vor dem Mauerfall als glitzernde Diskokugel, die sich schlussendlich doch immer nur um sich selbst dreht.

München, Mitte der Achtziger: Frankie ist so etwas wie ein Privatdetektiv. Sein Leben besteht aus Gelegenheitsjobs, durchzechten Diskonächten und der Flucht vor den Banditen vom Finanzamt München II. Eines Nachts wird Frankie von einer schönen aber falschen Tina aus seiner Stammdisko Koralle gelockt. Statt im Bett mit Tina, landet der Schnüffler in einer Wohnung mit Mauke, einem Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn. Mauke wird wahrscheinlich erpresst, zumindest wollte ihm jemand am Telefon wichtige Informationen verkaufen. Nun soll Frankie ihm dabei helfen, den ominösen Anrufer ausfindig zu machen. Den einzigen Hinweis, den der Auftraggeber dem Privatdetektiv geben kann, ist der Song White Heat vom 1986er-Madonna-Album True Blue. Denn dieser lief während des Telefonats im Hintergrund – und zwar in einer Disko. In seinem zucchinigrünen Admiral macht sich Frankie am nächsten Tag auf, um in den Diskos des Landes nach der Playlist des besagten Abends zu fragen. So eintönig die Trips durch die bunte Diskoszene auch sind, so bedeutender und raffinierter scheint das Rätsel zu sein, das Frankie zu entschlüsseln versucht. Toller Film Noir mit buntem Kopfkino und 80er-Soundtrack.

Buch-Tipp: Tausend Deutsche Diskotheken von Michel DecarTausend deutsche Diskotheken
Michel Decar
Ullstein fünf
240 Seiten
20,00 €

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