Der Sommer war sehr heiß

Der Sommer war sehr heiß // Helds Welt #24

Von Uwe Voehl. Illustriert von Ulrich Tasche.

„Der heiße Sommer hatte auch seine guten Seiten: Man freut sich endlich auf den Herbst!“, stöhnt Strohmeier beim Feierabendbier an der Bar des Kurschlößchens.

„Genauso gut kannst du sagen: Die Wespenplage hatte ebenfalls was Gutes – endlich keine Mückenplage mehr!“, gibt Balthasar zu bedenken.

„Oder dank der Wespenplage endlich Bikinifigur aufgrund weniger verspeister Pflaumenkuchen!“, pflichtet „Klümchen“ bei.

„Hört auf zu spaßen! Was werden unsere Kinder sagen, wenn wir ihnen von einst grünen Wiesen erzählen? Sie werden nur Steppen kennen!“, lamentiert Fee.

„Wenigstens brauchen wir nicht mehr nach Malle fahren, um uns in die Sonne zu legen. Überleg mal, was jeder Einzelne dabei an Flugbenzin spart!“, beruhigt sie Strohmeier.

„Ich bin jedenfalls sehr froh, dass unsere Gäste wieder lange Hosen, Strümpfe und vernünftiges Schuhwerk tragen. Es ist nicht alles schön, was auch erlaubt ist“, sagt „Klümchen“.

„Oder denkt nur an Rudi hab ihn selig Carrell: Wenn wir jetzt immer solche Hitzesommer haben, müssen wir nie wieder seinen Hit ertragen.“

„Warum das denn nicht?“, empört sich Strohmeier, anerkannter Rudi-Carrell-Fan seit Kindertagen.

„‚Wann wird’s wieder richtig Sommer, so wie er früher einmal war’ – nur unter anderen Vorzeichen. Der Mann war ein Genie!“

„Dann war Rilke ein Prophet, oder wie?“, wagt Balthasar einzuwenden.

„Wie meinst du das denn?“

„Nun ja: ‚Der Sommer war sehr groß …’“

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