DVD-Check: Ballon

Längst nicht jede Klamotte von Michael Bully Herbig garantierte in den vergangenen Jahren einen gelungenen Kino- oder DVD-Abend. Angesichts der Qualität, die nun sein erster Thriller aufweist, fragt man sich, warum der Münchner nicht viel früher ins ernsthaftere Genre gewechselt hat.

Ballon erzählt von den Familien Strelzyk und Wetzel, die im September 1979 den Eisernen Vorhang mit einem selbstgenähten Heißluftballon durchflogen haben. Nach einem bereits gescheiterten Versuch, den allein die vierköpfige Familie Strelzyk unternahm, wurde ein zweiter Start geplant, konzipiert und vorbereitet – auch Familie Wetzel war wieder an Bord.

Während die Herstellung des neuen Ballons weitestgehend im Verborgenen blieb, fahndete die Stasi fieberhaft nach den ursprünglichen Eigentümern des notgelandeten und mittlerweile gefundenen Vorgängermodells.

Michael Herbig hat aus dem Fluchtdrama (das mit der Ballonfahrt noch lange nicht zu Ende war) einen hochspannenden Thriller gemacht. Dramaturgisch hat er der Geschichte der echten Strelzyks und Wetzels etwas nachgeholfen. Nicht alle Details stimmen, nicht alle Aspekte der Lebenswirklichkeit der Familien werden berücksichtigt. Doch das ist verzeihlich, denn das Wichtigste, der unbändige Mut der Verzweifelung, ist in jeder Minute des Films spürbar.

DVD Cover Ballon
Ballon
Regie: Michael Bully Herbig
Darsteller: Friedrich Mücke, Karoline Schuch, David Kross, Alicia von Rittberg, Thomas Kretschmann
120 Minuten
Thriller

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