Buch-Tipp: Die große Heuchelei

Für nicht wenige ist der Publizist und Ex-CDU-Politiker Jürgen Todenhöfer ein rotes Tuch. Und tatsächlich unterstreicht auch sein neuestes Buch das ausgeprägte Sendungsbewusstsein des Weltenretters. Dennoch ist sein Buch äußerst lesenswert.

Schon allein Todenhöfers Aufforderung, in sämtlichen Politik-Textbausteinen das Wort Werte durch die Vokabel Interessen auszutauschen, führt zu einem nachhaltigen Erkenntnisgewinn. Für den Autor lässt sich mit diesem rhetorischen Kniff das gesamte expansive Verhalten des Westens im Allgemeinen und der USA im Besonderen einfach erklären. Todenhöfer startet mit Christoph Kolumbus in Amerika und landet mit seinem Sohn Frederic im irakischen Mossul, wo die Menschen zwischen dem IS-Staat und den Befreiern rücksichtslos zerrieben und geopfert werden. Dazwischen findet der Publizist zahlreiche Beispiele und Belege dafür, wie sich der Westen die Welt nach und nach untertan gemacht hat – und damit noch längst nicht fertig ist. Todenhöfer listet auf, verdichtet kurz und knapp und führt zahlreiche Belege an, die seine Anklage glaubhaft stützen.

Leider wird das Buch immer dann richtig schwach, wenn Jürgen Todenhöfer und Sohn Frederic selbst todesmutig und heldenhaft in die Geschichte eingreifen. Der Mann kann halt nicht anders …. ta

Buchcover: Die große Heuchelei von Jürgen TodenhöferDie große Heuchelei
Jürgen Todenhöfer
352 Seiten
19,99 €
Propyläen Verlag

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