DVD-Check: Gloria – Das Leben wartet nicht

Es gibt Schauspielerinnen und Schauspieler, die im Kino selbst dann nicht langweilen würden, wenn sie das Telefonbuch von Herford vorlesen würden.

Die 59-jährige Julianne Moore zählt zweifelsohne zu diesen Talenten. Im US-Remake des chilenisch-spanischen Films Gloria hätte sich die gesamte Filmcrew mühelos hinter der Oscar-Preisträgerin verstecken können – La Moore hätte das Ding in jedem Fall souverän über die Laufzeit von 102 Minuten gebracht. Als geschiedene Mutter zweier erwachsener Kinder stolpert sie zielsicher von einer Verlegenheit in die nächste Peinlichkeit.

Der Handlungsstrang des Films ist dabei so unaufgeregt und unaufregend wie das Leben seiner Titelheldin. Meist fährt Gloria in ihrem Auto durch Los Angeles, singt zur Musik ihrer Jugend oder tanzt auf Single-Partys. Kommt es tatsächlich, so wie mit dem etwa gleichaltrigen Arnold, zu einer ernsthafteren Begegnung, stehen den vermeintlich frisch verliebten die eigenen Biografien im Wege. Der eine kann nicht aus seiner Haut, die andere übersieht die Befindlichkeiten des anderen. Was übrig bleibt, sind einige schöne gemeinsame Stunden, viele verschenkte Möglichkeiten und ein alkoholbedingter Totalabsturz in Las Vegas. Für den Betrachter des Films springt hingegen mehr heraus – nämlich ein genussvoller Filmabend mit einer leisen Komödie und großartigen Schauspielern.  ta

Gloria - Das Leben wartet nicht DVD Cover
Gloria – Das Leben wartet nicht
Regie: Sebastián Lelio
Drama / Komödie
98 Minuten
SquareOne Entertainment

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