Foto von Axel Siekmann
Axel Siekmann bei einem Spaziergang an der Salze. (Foto: Tautz)

Kultur, Kneipe und Kulinarisches: Mit diesen drei K-Leidenschaften ist der Ur-Salzufler Axel Siekmann normalerweise bestens aufgehoben in seiner Heimatstadt. Blöd nur, dass nur ein Jahr nach seinem Eintritt in den beruflichen Ruhestand die Pandemie um sich griff – und immer noch greift. Axel hätte Zeit und Muße, doch an Konzerte, gemütliche Restaurantbesuche mit Freunden oder gar Fußballabende in der Kneipe seiner Wahl ist momentan nicht zu denken. Was aktuell bleibt, sind vor allem die Erinnerungen und das Hoffen auf ein baldiges Ende der Pandemie. Wir haben den sympathischen Salzufler interviewt. Natürlich auf Distanz und mit einigen Ach-ja-Momenten, die uns in die jüngere Sport- und Kulturgeschichte unserer Stadt führten. Wir hätten noch stundenlang mit Axel in Erinnerungen schwelgen können. In Corona-Zeiten ein gutes Mittel für bessere Laune …

Hallo Axel, als Kenner der Salzufler Gastro- und Kulturszene hat dich der Lockdown wohl auch böse erwischt. Weißt du noch, wo du dein letztes Frischgezapftes getrunken hast?
Na klar, das war im vergangenen Oktober in der Kate.

… und wann du zuletzt auf einem Konzert warst?
Natürlich. Das war im Februar 2020 im Bahnhof. Dort haben die dIRE sTRATS gespielt. Jedes Jahr habe ich mir die Konzerte der Band angesehen. Dieses Jahr wird‘s wohl nichts.

Axel in Hamburg
Kurztrip nach Hamburg.

Wo wir schon dabei sind, in nostalgischen Erinnerungen zu schwelgen. Was war das erste Konzert, das du besucht hast?
Welche Band gespielt hat, daran kann ich mich nicht mehr genau erinnern. Es hat aber in jedem Fall im damaligen Jugendheim in Schötmar stattgefunden. Zwischen 1968 und 1970 muss das gewesen sein …

Welches Konzert war das beste, das du jemals erlebt hast?
Da gibt es viele und auch sehr unterschiedliche Konzerte. Eric Clapton, Mark Knopfler, Santana, Rod Stewart, The Eagles, Chris Norman waren großartig. Aber auch Coldplay, Justin Timberlake, Pink! und Simply Red haben mir unheimlich gut gefallen. Wenn ich es mir recht überlege, dann war wohl Phil Collins in der Düsseldorfer LTU arena das größte Ding. Eine großartige Show vor 50.000 Fans – leider heute nicht mehr möglich.

Spielst du selbst auch ein Instrument?
Ich habe vor zwanzig Jahren mal eine Gitarre mit Verstärker und Zubehör zum Geburtstag bekommen. Leider habe ich aber nie die Zeit und die Ruhe gefunden, mich damit eingehend zu beschäftigen. Daher habe ich das Gitarrespielen nie gelernt.

Die wilden Fünfziger.
Die wilden Fünfziger.

Dafür hast du dich aber in Sachen Sport richtig ausgetobt. Erzähl mal!
Das ist richtig. Ich habe viel Sport getrieben. Rund dreißig Jahre lang habe ich Fußball gespielt. Beim SV Werl-Aspe und auch in Oesterweg-Versmold, weil ich dort zehn Jahre gewohnt habe. Außerdem habe ich Leichtathletik betrieben, bei der TG Schötmar Handball gespielt und beim KKSV Breden das Sportschießen gelernt. Ab den Achtzigern kam dann Tennis dazu. Ich habe zeitweise bei der TG Bockhorst-Versmold gespielt.

Fußball beim SV Werl-Aspe: Damals gehörten auch die großen Zeltfeste mit Kirmes und Live-Musik dazu …
Richtig. Am Heerser Bruch war zu jedem Sportfest mächtig was los. Eine Zeit lang war ich als Mitglied des Festausschusses sogar an der Organisation der Feste beteiligt. Und ein Jahr lang habe ich auch als Fußballobmann ausgeholfen.

Du bist nicht nur aktiver Sportler, sondern auch Sportfan.
Wieder korrekt. Seit dem großartigen Aufstieg in die Fußballbundesliga, also seit 1965, bin ich Fan von Borussia Mönchengladbach. Seit 2004 bin ich sogar Mitglied des Vereins. Aber auch der Handballsport hat mich immer interessiert. Die Salzufler Vereine Union 73 und HC 93 haben mich begeistert, zudem spielten viele meiner Freunde dort.

Axel in den 70ern
Das trug man so: Axel in den Siebzigern.

Zehn Jahre hast du in Versmold gewohnt, aber du bist ein waschechter Salzufler. Richtig?
Ich bin sogar ein gebürtiger Salzufler. 1952 wurde ich im Hoffmann-Stift geboren. Mit fünfzehn Jahren habe ich eine Lehre bei Radio Koch in Leopoldshöhe als Radio- und Fernsehtechniker begonnen. Danach kam das Fachabitur in Elektrotechnik, die Technikerschule für Elektrotechnik und anschließend die Selbstständigkeit. In Schötmar habe ich 1983 das Fachgeschäft Hobby-Elektronik in der Schloßstraße eröffnet. 1990 wechselte ich dann in den Vertrieb von Maschinen und Anlagen für die Kunststoffverarbeitung. Seit 2019 bin ich im Ruhestand …

… der im zurückliegenden Jahr sicher noch viel ruhiger ausgefallen ist, als du es dir gewünscht hast. Welche tiefgreifenden Erkenntnisse hat dir die Corona-Pandemie bisher gebracht?
Ich habe bemerkt, dass sich viele Menschen seit dem Ausbruch der Pandemie verändert haben. Für mich persönlich habe ich festgestellt, dass es äußerst wichtig ist, das Leben zu genießen. Und zwar solange es möglich ist. Auch aus diesem Grund haben meine Lebensgefährtin und ich für das Ende dieses Jahres schon einen Urlaub auf Gran Canaria gebucht.

Apropos verändern. Hast du dich selbst in den vergangenen Monaten verändert?
Ja. Ich habe zugenommen, weil ich keinen Sport treiben konnte.

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