Eckhard Brand am Podium bei seiner Verabschiedung.
Der ehemalige RBG-Schulleiter Eckhard Brand bei seiner Verabschiedung. // Foto: Tristan Ulrich

Am vergangenen Donnerstag, dem 23. Juni 2022, wurde im festlichen Rahmen der langjährige Leiter des Bad Salzufler Rudolph-Brandes-Gymnasiums, Eckhard Brand, in den wohl verdienten Ruhestand verabschiedet. Die Schulgemeinschaft sowie zahlreiche Weggefährten würdigten dabei eindrucksvoll das 15-jährige verdienstvolle Wirken eines engagierten Pädagogen und Schulleiters. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde vom schuleigenen Salonorchester unter Burkhard Schmidt.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den stellvertretenden Schulleiter Clemens Boppré, der den Tag als „einschneidenden Tag“ für das RBG bezeichnete, benannte zunächst Michael Krügermeyer-Kalthoff als Sprecher der lippischen Gymnasien die Verdienste Brands, der über einen langen Zeitraum die Schulleiterrunden durch seine Beiträge in der ihm eigenen ruhigen und nachdenklich machenden Art bereichert habe.

Bürgermeister Dirk Tolkemitt berichtete in seiner durchaus humorvollen Rede ebenfalls über angenehme und konstruktive Gespräche und attestierte dem scheidenden Schulleiter, dass er – in Anlehnung an den Benediktinerpater Anselm Grün – immer mit seiner Arbeit im Einklang gestanden habe, was er als ein hohes Gut bezeichnete. Auch habe Brand Maßstäbe gesetzt, so etwa bei der sich über Jahre hinziehenden Fusion der ehemals zwei Bad Salzufler Gymnasien. Zudem habe er der Schule ein „unverwechselbares Profil“ gegeben. Dafür bedankte Tolkemitt sich im Namen des Schulträgers sehr herzlich und empfahl dem künftigen Pensionär, seinen Lebensabend schon allein dadurch zu genießen und zu verlängern, indem er häufig den Bad Salzufler Kurpark aufsuche.

Die Schülerinnen und Schüler des RBG, vertreten durch die Schülersprecherin Nele Reschinsky und den ehemaligen Schülersprecher Paul Janzen, hatten sich für ihre Dankesworte etwas Besonderes einfallen lassen. Via Videoclips wurden die Aussagen verschiedener früherer SV-Vertreterinnen und Vertreter eingespielt, die uni sono zeigten, dass ihr Schulleiter die Schülermitwirkung sehr ernstgenommen habe. Nur so hätten sich zahlreiche Vorhaben wie der Charity-Walk oder die Junior-Wahlen realisieren lassen. Stets sei dabei der Umgang miteinander vertrauensvoll gewesen. Respekt zollten sie abschließend der hohen Arbeitsleistung ihres Schulleiters und gaben ihm den wohlmeinenden Rat „Herr Brand, genießen Sie nun aber wieder einmal die Natur!“.

Ein Stück Natur in Form eines Apfelbäumchens übergaben als Abschiedsgeschenk die Elternvertreterinnen Gabi Hoeft und Sonja Steinmair. In Vertretung des Vorsitzenden der Schulpflegschaft, Udo Prüßner, lobte Gabi Hoeft die „hervorragende Zusammenarbeit“ zwischen Elternvertretung und Schulleitung, die über viele Jahre von großem Respekt und tiefem Vertrauen getragen gewesen sei.

Dann ergriff noch einmal Brands Stellvertreter Clemens Boppré das Wort und bedankte sich namens der erweiterten Schulleitung sowie der schulinternen Verwaltung für die langjährige gemeinsame Arbeit. Er bescheinigte dem bisherigen Schulleiter vor allem „Sachorientiertheit“ und „Teamfähigkeit“ im steten Bestreben, das „beste Ergebnis“ für die Schulgemeinschaft herauszuholen. Dabei sei er unablässig offen für Neues gewesen – beispielhaft sei insbesondere sein Einsatz für die beiden Schwerpunkte MINT und CertiLingua gewesen. Für die Zukunft wünschte Boppré dem nunmehrigen Pensionär, dass er – wie Angela Merkel es jüngst formuliert habe – nur noch „Wohlfühltermine“ wahrnehmen möge.

Für das Kollegium überbrachten Nadine Stallmann und Benjamin Kill die guten Wünsche für den weiteren Lebensweg des zu Verabschiedenden. Analog zu einer der zentralen Schriften des bekannten Pädagogen Hilbert Meyer, die Frage beantwortend, welches denn die Merkmale eines guten Unterrichts seien, übertrugen sie Meyers Erkenntnisse auf die Merkmale einer guten Schulleitung und kamen dabei auf erstaunlich viele positive Übereinstimmungen.

Im Anschluss trat Michael Hypius, schulfachlicher Dezernent bei der Bezirksregierung Detmold, ans Rednerpult und skizzierte, gespickt mit Zitaten aus früheren dienstlichen Beurteilungen, den beruflichen Werdegang Eckhard Brands. Den Höhepunkt stellte allerdings die Überreichung der Urkunde dar, durch die der bisherige Schulleiter des Bad Salzufler Rudolph-Brandes-Gymnasiums mit Ablauf des Monats Juli in den Ruhestand versetzt wird. Bei dieser Gelegenheit sprach Hypius den Dank und die Anerkennung des Landes Nordrhein-Westfalen für die geleistete Arbeit aus.

In einer sehr persönlich gehaltenen Rede bedankte sich Eckhard Brand schließlich für die vielen freundlichen Worte und überbrachten Glückwünsche und Geschenke. Dabei betonte er, dass er den Beruf des Lehrers und Schulleiters immer mit viel Herzblut versehen habe. Doch sei er dabei kein Einzelkämpfer gewesen, sondern habe die Arbeit im Team bevorzugt. Selbstkritisch merkte er an, dass er zu Anfang seiner Tätigkeit am RBG vielleicht etwas zu ungestüm vorgegangen sei, mancher vielleicht der Ansicht gewesen sei, dass er die gesamte Schule habe umkrempeln wollen, doch dabei sei es ihm vor allem um die Weiterentwicklung der Schule, aufbauend auf dem vorhandenen Guten, gegangen. Tatsächlich seien in den folgenden Jahren große Projekte zu meistern gewesen. Er erinnerte an die sich über sechs Jahre hinziehende Fusion der beiden Gymnasien, das neue Schulprogramm, die Qualitätsanalyse, der sich die Schule habe stellen müssen, die Setzung und inhaltliche Füllung der beiden Schwerpunkte MINT und CertiLingua sowie die Pandemie, die aber immerhin der ebenfalls bereits initiierten Digitalisierung einen kräftigen Schub gegeben habe. Bei all diesen Prozessen habe ihm die Zusammenarbeit mit der gesamten Schulgemeinschaft am Herzen gelegen. Besonderen Dank sprach er dabei noch einmal seinem Stellvertreter Clemens Boppré aus, mit dem er kongenial zusammengearbeitet habe. Natürlich habe er sich Gedanken gemacht, was er vermissen werde: Abgesehen von der „gut aufgestellten Schule“, die er zurücklasse, sei es vor allem der „Umgang mit jungen Menschen“, von denen er immer ein positives Bild gehabt habe. Wenn er die ganzen Jahre seinen Dienstpflichten engagiert habe nachkommen können, dann sei dies nicht zuletzt seiner Gattin zu verdanken, die ihm stets „den Rücken freigehalten“ habe, wofür er ihr herzlich danke.

Zum guten Schluss der überaus würdevollen Verabschiedungsfeier lud Eckhard Brand zu einem kleinen Imbiss ein, wobei sich noch manch Gespräch unter den aus Nah und Fern Gekommenen entwickelte. Auch nutzte der eine oder andere noch die Gelegenheit, sich mit Worten und Gaben persönlich vom langjährigen Leiter des RBGs zu verabschieden, wohl wissend, dass in der Geschichte der Schule mit dem heutigen Tag eine Ära ihr Ende gefunden hat.

(Text: Dr. Stefan Wiesekopsieker)

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