
Zur Verkehrsführung in der Innenstadt.
Nachdem die wiedergewählte Große Koalition nun geschmiedet ist und sich die Politik wieder auf das operative Geschäft statt auf den Wahlkampf konzentrieren kann, darf sich das Duo CDU-SPD gleich an ihr erstes Heißes Eisen wagen: die Verkehrsplanung in der Innenstadt.
Hintergrund ist der zweite Abschnitt der Fußgängerzonen-Modernisierung. Nach dem Bereich Lange Straße bis Schliepsteiner Tor soll als nächste Zone der Bereich Am Markt/Salzhof modernisiert werden. Und dabei stellt sich gleich eine ganze Reihe interessanter Fragen.
Denn die Gestaltung der Straßenführung ist nur dann möglich, wenn vorher eine andere Frage beantwortet wird – nämlich die der Verkehrsführung. Und schon haben wir weitere offene Fragen: Soll es auch zukünftig möglich sein, mit dem Auto direkt bis zur Post zu fahren? Und von da aus weiter über Salzsieder- und Mauerstraße in Richtung Herforder Tor? Oder wird der Platz vor der Post zur Sackgasse, damit der Fußweg von der Langen Straße zum Salzhof gefahrentechnisch entschärft wird? Und wo kommen die ganzen Taxi-Stellplätze hin?
Soll der Rendezvous-Platz für die Stadtbusse weiterhin Am Markt bleiben oder versetzt werden? Als das Stadtbus-System vor genau 20 Jahren eingeführt wurde, befand sich die erste Haltestelle noch wenige Meter weiter in Richtung Fußgängerzone. Der zentrale Standort des Rendezvous-Platzes in Bad Salzuflens guter Stube ist für einige die sinnvollste Stelle, für andere hingegen ein schmerzhafter Dorn im Auge.
Überhaupt stellt sich die Frage, ob die Innenstadt für den normalen Autoverkehr geöffnet bleiben soll. Nach den Protesten gegen eine vollständige Schließung im Jahr 1994 wurden seither nur einzelne Maßnahmen des damaligen Verkehrsplans umgesetzt. So zum Beispiel der berühmt-berüchtigte Poller an der Wenkenstraße. Denkbar wäre ein Verbot – außer für Lieferverkehr und Anlieger – bereits ab der Osterstraße (wie früher zum Salzsiederfest). Aber auch eine temporäre Sperrung
mit intelligenter Beschilderung wäre durchaus mach- und diskutierbar.
Welche Variante(n) man auch schließlich favorisieren wird – zumindest an der Post soll das neue Pflaster so verlegt werden, dass man sich nicht für alle Zeiten auf eine einzige Lösung festlegen muss. Alles andere muss sich erst wohl noch finden – nach Möglichkeit noch in diesem Jahr …