02.03.2012 // Die Bert Engel Show

Mit Charme erobert der 1912 geborene Bert Engel die Bühne und die Herzen der Zuschauer im Großen Saal der Gelben Schule. Bert Engel ist eine fast lebensgroße Handpuppe, bravourös geführt von Detlef Wutschik. Auf Grund seines Alters muss Engel häufiger zum Kathederwechsel oder an die Steckdose um seinen solarbetriebenen Herzschrittmacher am Laufen zu halten und dabei noch Strom einzuspeisen.

Sein „Azubi“ Matthias Brodowy überbrückte derweil die Pausen mit alternativen Texten zu immergrünen Schlagern oder testet die Guillotine zunächst an einer Möhre, später an Zuschauer Werner Momsen. Zum Glück ist Momsen auch eine Puppe, denn Brodowy trennt ihm beim Experimentieren die Hand ab. Ein roter Faden, bzw. eine rote Urne führt durch die Handlung: Engel scheitert bei dem Versuch Drogen zu inhalieren, weil Brodowy ein Teil der Asche Ilse Werners in die Koksdose gefüllt hat. Als dieser die Urne öffnet, starren ihn auch noch die stahlblauen Augen von Engels Erzkonkurrenten Hans Albers an. „Na und, man geht doch ins Theater um die eigene Realität zu vergessen, und was wir auf der Bühne konstruieren, wird zur Realität“, erklärt Engel.

Zwischenzeitlich erobern Ratten, darunter Frank Sinatra, oder zwei verliebte Würgeschlangen singend die Bühne. Neben allem Klamauk und gelungenen Imitationen bekannter Politiker oder Entertainer wurden auch ernste Themen wie Tagespolitik (Guttenbergisierung) oder die Rolle von Künstlern während des Nationalsozialismus angesprochen. Nicht bekannt ist, ob Bert Engel nach der Show so viele Hotelschlüssel an willige weibliche Fans verteilen konnte wie Udo Jürgens…

Heike S.: „Lustig, unterhaltsam; die beiden Künstler begeistern mich.“

Ilse P.: „Tolle Künstler, außergewöhnliche Ideen, wenn auch nicht hoch anspruchsvoll. Es ist doch schwierig etwas Neues zu bringen, bei dem was im Fernsehen ständig geboten wird.“

Friedrich S.: „Sehr gut, diese Anspielungen auf die Tagespolitik, z. B. das Thema Ehrensold.“

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