Unverständnis und lange Gesichter: Mehr Fragen als Antworten bei Kinder in Not OWL

Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Treffen von Noch- und Nicht-Mitgliedern von Kinder in Not OWL in der Gaststätte ANNO hat mehr Fragen ausgeworfen als es Antworten über die Vorgehensweise des Vereins – und explizit des Vorstandes – liefern konnte. So bleibt für viele Mitglieder weiterhin ungeklärt, wo die zahlreichen Sponsoringgelder lokaler Unternehmen verblieben sind und wie es trotz 48.000 Euro Einnahmen zu mehreren nicht bezahlten Rechnungen kommen konnte.

Im gut gefüllten ANNO ergriff zunächst der Gastwirt Jürgen Ortmann selbst das Wort, um die Anwesenden über seinen Kenntnisstand der Dinge zu informieren. Und um vor allem um Besonnenheit zu bitten. Es gehe ihm und den Mitgliedern darum, unterschiedliche Erfahrungen um den Verein Kinder in Not OWL zusammenzubringen, um daraus ein Gesamtbild über die Geschehnisse rund um den Verein zu formen. Denn laut Ortmann sei dieses Gesamtbild über die Informationen, die vom Vorstand zu den Mitgliedern dringen, nicht herzustellen. Demzufolge erklärte Ortmann auch auf Nachfrage die Tatsache, dass die bei der Jahreshauptversammlung (am 21.02.2013) anwesenden Mitglieder den Vorstand entlastet haben mit der Undurchsichtigkeit der vorgelegten Zahlen und Fakten.

Zugleich konnte Ortmann die Antwort der beiden Vorsitzenden von Kinder in Not OWL, Reinhard Lehmann und Jörg Kischkel, auf den Antrag mehrerer Mitglieder auf Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung präsentieren. Nach den Worten der Vorsitzenden sei der Antrag nicht formgerecht, da die Angabe von Grund und Zweck der Versammlung nicht angegeben worden seien. Dafür will der Kreis der um Aufklärung bemühten Mitglieder jetzt darauf drängen, dass sowohl der detaillierte Finanzbericht wie auch das Thema „Auflösung des Vereins“ auf der vom Vorstand angekündigten Versammlung auf die Tagesordnung kommen. Lehmann und Kischkel hatten auf ihrer Website angekündigt „aus gegebenen Anlass (…) kurzfristig eine neue Mitgliederversammlung inkl. aller Medienverteter einzuberufen“. Der Ort scheint schon festzustehen, ein Datum dagegen noch nicht.

Lange Gesichter und teilweise pures Entsetzen überkam manchen Anwesenden, als die Satzung des Vereins noch einmal genauer unter die Lupe genommen wurde: Einberufungen von Mitgliederversammlungen erfolgen nur durch den Vorstand, die Mitgliederversammlung entscheidet über „An- und Verkauf sowie Belastung von Grundbesitz“, ein Mitglied kann wegen „unfairen Verhaltens“ ausgeschlossen werden. Und seit der ersten und bisher einzigen Mitgliederversammlung kann der Vorstand die Satzung ohne Beschluss der Mitglieder ändern. „Diese Satzung ist ein Traum für Herrn Lehmann – sie ist ihm auf den Leib geschrieben“, fasste ein Außenstehender zusammen.

Eine weitere Frage bezog sich auf das Procedere mit den aufgestellten Spendendosen: Hierzu konnte Christoph Grolig, wie Ortmann Noch-Mitglied bei Kinder in Not OWL, berichten, dass die Dosen verplompt bei den jeweiligen Partnern aufgestellt wurden und ohne dessen Kenntnis über die Summe des gesammelten Geldes „in einen Sack entleert“ wurden. Der Betrag sei dann anschließend in Abwesenheit des Partners gezählt und auf der Internetseite des Vereins veröffentlich worden – aus der Sicht zahlreicher Anwesenden eine Steilvorlage für die Verschleierung tatsächlicher Zahlen.

Um eine konkrete Spende ging es einem Gast, der dem ersten Vorsitzenden Reinhard Lehmann nach eigenen Angaben 1.200 Euro zweckgebunden für die noch nicht eröffnete Kinderboutique gegeben habe. Seine Frage „Bekomme ich das Geld zurück, wenn die Boutique nicht eröffnet wird?“, blieb unbeantwortet.

Andere machten dafür ihrem Unmut umso deutlicher Luft: „Wenn das alles eine Luftnummer ist, bin ich morgen bei der Staatsanwaltschaft.“

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Wenn man noch mehr über die Aktivitäten des Herrn Lehmann erfahren möchte, dann empfehle ich auch diesen Link hier:
http://www.haustechnikdialog.de/Forum/t/106839/Planungsbuero-sucht-Firmen-serioes-

Ohne jetzt irgendwelche Vermutungen zu schüren, dass eine Einnahmequelle gesucht wurde, die Schulden aus der Baugeschichte zu füllen, zeigt es doch, dass man Herrn Lehmann eigentlich kein Geld anvertrauen sollte.

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