3 + 2 Fragen an Frank Herholt

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3 + 2 Fragen an …

„Karate, nicht nur für Kids”

Karate für alle: Der Shotokan Karate Dojo Bad Salzuflen startet in diesem Herbst erneut seinen Schnupperkurs für erwachsene Neu- und Wiedereinsteiger in den asiatischen Kampfsport. Trainer Frank Herholt ist sich sicher, dass sich Karate auch für Menschen jenseits des Teenie- oder Twen-Alters lohnt.

Herr Herholt, ist der Ü30-Karatekurs ein Gag oder ernst gemeint?
Durchaus kein Gag: Viele Erwachsene scheuen sich, den Anfang in einem normalen Kurs zu machen. Sie denken, dass sie weder körperlich noch geistig mithalten können. In den Ü30-Kursen gehen wir explizit auf jeden einzelnen Kursteilnehmer und jede Kursteilnehmerin ein. Unsere Trainer passen sich dem Leistungsstand der Gruppe an. Als Neueinsteiger können die kostenfreien Schnupperstunden genutzt werden, um festzustellen, ob man in den anschließenden drei Monaten einen tieferen Einblick in die Sportart gewinnen möchte. Danach trainiert man als vollständiges Mitglied im Verein weiter.

Warum sollte ich noch mit 30, 40 oder 50 mit dem Karate anfangen?
Das Erlernen von Karate ist keine Frage des Alters oder der aktuellen Fitness. Karate kann nahezu jeder in jedem Alter erlernen. Voraussetzung sind Lust an der Bewegung und Offenheit für Neues. Karate fördert die körperliche Fitness, die Ausdauer, die Koordination, die Konzentrationsfähigkeit und schult uns in der Selbstverteidigung. Ganz nebenbei fördert das Üben mit dem Partner auch das verantwortungs- und respektvolle Miteinander. Ganz nach dem Motto „Gemeinsam besser werden”.

Wie alt war der bislang älteste Anfänger?
Mit 72 Jahren fand Redzep Memisevic den Weg in unsere Trainingsstätte und er trainiert noch heute mit 78 Jahren leidenschaftlich zweimal in der Woche. Jeden Mittwoch haben Senioren ab ca. 60 Jahren vormittags die Möglichkeit, den Sport kennenzulernen und zu üben.

Können Sie uns einiges über die Philosophie Ihres Dojos erklären?
Wir möchten in unserem Verein vielen Interessenten, egal welchen Alters, die Möglichkeit geben, Karate zu betreiben. Wir helfen und unterstützen jedes Mitglied, begleiten die Sportler und verhelfen jedem zu einem positiven Lebensgefühl. Besonders viel Wert legen wir auf die Etikette im Dojo, auf das soziale Zusammenleben und das faire Miteinander – unabhängig von Hautfarbe, Kultur und Herkunft.

Im 1984er-Film Karate Kid ließ Mister Miyagi seinen Schützling tagelang ein Auto polieren. Sind das auch Ihre Methoden?
Alle zwei Jahre kommen ausgewählte Schüler zu mir nach Hause, um den Zaun zu streichen. So habe ich immer einen gepflegten Gartenzaun. Nein, das ist natürlich ein Scherz. Das Aufpolieren der Autos, wie es im angesprochenen Film gezeigt wird, steht symbolisch für das beständige Training einzelner Abläufe. Denn nur durch diese Vorgehensweise wird man besser. Diese Szene steht auch für Disziplin, Ausdauer und Durchhaltevermögen. Schauen Sie sich auch den Schluss des Filmes an: Hier besiegt Mister Miyagi zwar den gegnerischen Trainer, aber er bricht ihm letztendlich doch nicht das Nasenbein – obwohl er es könnte. Das ist Karate.

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