Buch-Tipp: Gestern war auch schon ein Tag

Gestern war auch schon ein Tag, Finn-Ole Heinrich, btb Verlag , Taschenbuch, 160 Seiten, 8,99 €

Gestern war auch schon ein Tag,
Finn-Ole Heinrich,
btb Verlag,
Taschenbuch,
160 Seiten, 8,99 €

Von Traurigkeit und Tristesse …

„Jammern füllt keine Kammern”: Auch dieses im Buch zitierte Lebensmotto würde als Titel der Kurzgeschichtensammlung von Finn-Ole Heinrich hervorragend passen.

Denn auf 160 Seiten macht der Wahl-Hamburger Heinrich den Leser mit menschlichen Schicksalen bekannt, die auf unterschiedliche Weise im grauen (und oft auch schmerzhaften) Alltag steckengeblieben sind. Festgefahrene Situationen, kleine und große Tragödien würden den knapp aber feinfühlig beschriebenen Figuren jede Rechtfertigung zur Klage und Resignation liefern. Doch davon sind sie weit entfernt. Sie machen einfach weiter und leben ihr Leben; und das, obwohl eine Verbesserung der persönlichen Lebenssituation und Umstände nicht auszumachen ist. Seltsamerweise hat jede der Tragödien auch eine schöne, melancholische Seite; diese zu entdecken, bleibt allerdings dem Leser vorbehalten – den Protagonisten bleibt sie meist verborgen.

Die acht Geschichten von Gestern war auch schon ein Tag handeln u. a. von Brutalität, Wut und Trauer, von Wochenendhooligans und gewalttätigen Kindern, von Demenz, Ausweglosigkeit und Verlust – so kurz die skizzierten Fallstudien auch sind, so lange bleiben sie im Gedächtnis des Lesers. Absolut lesenswert! ta

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