Buch-Tipp: Cox oder Der Lauf der Zeit

Christoph Ransmayr ist Österreicher. Er selbst bezeichnet sich jedoch als Halbnomade, da er ständig um die Welt reist.

In seinen Geschichten verlässt er häufig sogar die Realitäten oder verknüpft sie mit Ereignissen aus einer anderen Zeit oder einer anderen Welt. Eine typische Ransmayr-Grenzerfahrung beschreibt auch sein neuestes Buch. Der englische Uhren- und Automatenbauer Alistair Cox wird im 18. Jahrhundert an den Hof des mächtigen und unbarmherzigen Kaisers von China gerufen. Der Kaiser Qíanlóng beauftragt Cox mit dem Bau mehrerer ausgefallener Uhren, die die empfundenen Zeitspannen messen sollen. Als Qíanlóng, der unter anderem den Titel „Herrscher über die Zeit” trägt, von Cox eine Uhr verlangt, mit der man die Unendlichkeit messen kann, kommt das praktisch Cox‘ Todesurteil gleich. Cox stellt sich der Herausforderung, aber kann er seinen Kopf retten?

Ransmayr lässt in seinem poetischen Roman die beiden realen Personen Cox (1723 – 1800) und Qíanlóng (1711 – 1799) in einer fiktiven Geschichte voller purpurner Bilder aufeinandertreffen. Wer es bislang noch nicht ins Reich der Mitte geschafft hat, möchte spätestens nach diesem Roman auf den Spuren des „Herrschers der zehntausend Jahre” wandeln.

Roman-Cover: Cox oder Der Lauf der ZeitCox oder Der Lauf der Zeit
Christoph Ransmayr
S. Fischer
304 Seiten
22,00 €

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