Buch-Tipp: Die Kunst, glücklich zu sein

Verstaubter geht es wohl kaum: Die Kunst, glücklich zu sein ist die sechste Auflage eines Buches, dessen Kapitel bereits vor 17 Jahren zusammengetragen wurden. Zudem enthält es Ratschläge und Lebensweisheiten, die von einem knochentrockenen, passionierten Pessimisten vor knapp 200 Jahren zurechtgenörgelt wurden. Und trotzdem: Das Lesen ist ein erhellender Genuss.

Arthur Schopenhauer ist wohl einer der bekanntesten Philosophen, die unser Land der Dichter und Denker je hervorgebracht hat. Seinen Ratgeber Die Kunst, glücklich zu sein hat es in der vorliegenden Werksform nie gegeben. Erst der italienische Philosophieprofessor Franco Volpi hat vor ca. 20 Jahren damit begonnen, die fünfzig Lebensregeln aus verschiedenen Konvoluten und Nachlassstücken Schopenhauers zusammenzustellen. Herausgekommen ist ein 105 Seiten starkes Büchlein, das fast mehr Kommentare und Anmerkungen enthält als Originalpassagen des Vordenkers. Lässt man die Randnotizen beiseite, bleiben 50 Ratschläge übrig, über die es sich auch heute noch durchaus nachzudenken lohnt. Der Schönste steht sogar auf dem Klappentext: „Was einer für sich selbst hat, was ihn in die Einsamkeit begleitet, und keiner ihm geben und nehmen kann: dies ist viel wesentlicher als alles, was er besitzt, oder was er in den Augen andrer ist.“ Noch Fragen?

Die Kunst, glücklich zu sein
Artur Schopenhauer, Franco Volpi
C. H. Beck
105 Seiten
7,95 €

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