Stadtgeschichte(n): Eine Dampflok namens Eduard

Fotos: Horst Stehling / Sammlung Meinardus

 

Das Unternehmen Hoffmann’s Stärke spielte für die Stadt einst eine wichtige Rolle – nicht nur als Arbeitgeber, sondern auch bei der technischen Fortentwicklung.

So war es auch im Jahr 1880, beim Anschluss von Bad Salzuflen an das große Netz der Eisenbahn. Bereits ein Jahr zuvor durfte Hoffmann’s Stärke das fertige Gleis von Salzuflen nach Herford nutzen, um mittels Pferdebahn die eigenen Produkte an die Eisenbahn zu liefern. Schon bald setzte man aber auf die Dampfkraft, um  Stärkeprodukte auszuliefern und Rohstoffe anliefern zu lassen.

Über die allererste Dampflok von Hoffmann’s ist wenig bekannt. Sie soll 1878 bei Henschel in Kassel gebaut und bis 1907 genutzt worden  sein. Im selben Jahr wurde mit der Eduard Hoffmann eine neue Dampfspeicherlok in Betrieb genommen; den Namen trug die Werkslok Nr. 1
in Erinnerung an den Firmengründer.

Als Typ Cicalona mit der Fabriknummer 5166 wurde sie bei Hanomag in Hannover gebaut. Die Lok bediente den Werksanschluss, der im Salzufler Bahnhof von Gleis 1 abzweigte und auf das Firmengelände führte. 1944 wurde mit der Dampfspeicherlok Nr. 2
für Verstärkung gesorgt. Allerdings war diese nicht mal halb so lang wie die Eduard Hoffmann im Einsatz. Bereits Anfang der 1970er-Jahre soll sie auf dem Werksgelände verschrottet worden sein. Damals ersetzte man die Dampfloks durch ein Zwei-Wege-Fahrzeug, einen Unimog. Dieses konnte die Waggons auf den Schienen und auf der Straße bewegen.

Die Eduard Hoffmann existiert heute noch: 1983 wurde sie an die Hammer Eisenbahnfreunde verkauft und drei Jahre später im Maximilianspark Hamm aufgestellt. 1997 wurde sie für das neugegründete Deutsche Werkbahnmuseum in Aschersleben angekauft. Neben den Loks besaß die Hoffmann’s Stärkefabrik auch eigene Güterwagen. Größtenteils wurde jedoch die Anlieferung von Betriebsstoffen wie die Abholung der fertigen Produkte mit bahneigenen Waggons durchgeführt.

Kommentar verfassen