DVD-Check: Lion

Herzzerreißend und meilenweit entfernt vom Kitsch: Die wahre Geschichte des gebürtigen Inders Saroo bietet zwei Stunden lang beste Unterhaltung – und einen quälenden Blick auf das Leid vieler Kinder in Indien.

Die Geschichte von Lion beginnt mit einer Odyssee. Der fünfjährige Saroo begleitet seinen nur wenige Jahre älteren Bruder Guddu auf dem Weg zur Arbeit. Als er völlig erschöpft einschläft, lässt ihn sein Bruder auf dem Bahnhof einer kleinen Stadt zurück, um ihn später wieder abzuholen. Als ihm das Warten auf dem Bahnhof zu lang wird, klettert Saroo in einen leeren Zug. Erneut überkommt ihn die Müdigkeit, und als sich der Zug in Bewegung setzt, ist Saroo bereits eingeschlafen. Erst im 1.600 Kilometer entfernten Kalkutta gelingt es dem Jungen, aus dem Waggon zu kommen. Ohne die bengalische Sprache zu kennen, treibt der Fünfjährige auf den Straßen der Millionenmetropole von einer Bedrohung zur nächsten, um schließlich in einem Waisenhaus zu stranden. Erst als ein australisches Ehepaar Saroo adoptiert, scheint sich sein Schicksal zum Guten zu wenden. Indien liegt nun weit hinter ihm. Doch als Erwachsener spürt Saroo, dass ihn die Frage nach seiner Herkunft nicht zur Ruhe kommen lässt. Nun beginnt eine Odyssee in die umgekehrte Richtung. Absolut ergreifend …

Lion
Regie: Garth Davis
Drama
119 Minuten

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