Buch-Tipp: American War

Was passiert mit den USA? Wohin steuert die Weltordnung, die schon heute aus den Fugen zu geraten scheint? Der gebürtige Ägypter Omar El Akkad stellt mit seinem Roman American War eine These für die Zukunft auf, die sich hoffentlich nie als wahr erweist.

Wie es der Titel erahnen lässt, erzählt American War von einem blutigen und unerbittlichen Bürgerkrieg. Allerdings nicht vom Sezessionskrieg, der 1861 mit der Beschießung von Fort Sumter begann, sondern von einem, der in der nicht allzu fernen Zukunft liegt. Die vom Menschen geschundene Natur hat endlich zurückgeschlagen: Überschwemmungen haben weite Teile des Südens der USA unbewohnbar gemacht und Epidemien die Bevölkerung dezimiert. Zudem sind die Ressourcen nun tatsächlich knapp. Die USA sind erneut in die zwei Bürgerkriegsparteien des Nordens und des Südens gespalten. Und die Menschen, die zwischen die Fronten geraten, leiden und sterben. Oder sie landen, wie die sechsjährige Sarat, in einem der gigantischen Flüchtlingslager. Das Mädchen, das mit seiner Mutter und seinen Geschwistern aus Louisiana in das Lager kommt, erlebt eine Kindheit voller Entbehrungen und Gewalt. Das hinterlässt Spuren.

Ausbeutung, Spaltung, Krieg: American War beschreibt eine Dystopie, deren Katastrophe auf Ursachen zurückzuführen ist, die es alle heute bereits gibt. Das macht den Roman authentisch und beängstigend.

American War
Omar El Akkad
Roman
S. Fischer Verlag
24,00 €

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