Buch-Tipp: Soundcheck

Dass Musik nicht nur ein Fest für die Ohren, sondern vor allem ein Erlebnis für die Seele sein kann, zeigt der literarische Soundcheck, der nun im Diogenes Verlag erschienen ist.

Wie ein guter Musik-Sampler bringt das Taschenbuch kurze Episoden aus Rock, Pop, Jazz, Blues und ein wenig Klassik zusammen. Obwohl viele große Namen in den neunzehn Kurzgeschichten auftauchen, bietet Soundcheck keinen biografischen Abriss der Musikgeschichte. Viel mehr verrät die Sammlung, wie namhafte Autoren (u. a. Sven Regener, Frank Goosen, T. C. Boyle und Truman Capote) die Musik ihrer Zeit erlebt haben.

Auch diese literarische Compilation bedient sich an bereits veröffentlichtem Material, das man immer wieder gern goutiert. So zum Beispiel an der herzerweichenden Episode von Navid Kermani aus dem Jahr 2002. Der längst hochdekorierte Autor beschrieb darin, wie er seine damals neugeborene Tochter mithilfe von Neil Youngs The Last Trip to Tulsa von ihren Qualen der sogenannten Drei-Monats-Koliken befreite.

Ebenso lesenswert: Die Lobhudelei des Popkultur-Papstes Nick Hornby (High Fidelity) an Nelly Furtados I’m Like A Bird von 2003: Wie fast alle Popsongs natürlich ein Wegwerfprodukt, aber ein schönes. Wenn man das vom deutschen Hau-drauf-Schlager doch auch nur sagen könnte …  ta

Buch-Tipp: Soundcheck, Diogenes VerlagSoundcheck
Diverse Autoren
253 Seiten
10,00 €
Diogenes

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