DVD-Check: Der goldene Handschuh

Was für ein Film: Mit voller Wucht schlägt Regisseur Fatih Akin den Betrachtern seines Werks die eigentlich unbeschreiblichen Gräueltaten des Serienmörders Fritz Honka entgegen. Was soll man davon halten?

Das Feuilleton war sich jedenfalls ziemlich einig. Jedenfalls musste sich Fatih Akin viel Kritik gefallen lassen, als seine sehnsüchtig erwartete Verfilmung des Heinz-Strunk-Romans erschien. Seine Milieu- und Personenstudie Der Goldene Handschuh war für viele Kritiker nicht viel mehr als eine blutrünstige Gewaltorgie, mit der Akin die weiblichen Opfer des Fiete Honka sogar noch abwertete. Insgesamt vier Frauen tötete der alkoholsüchtige Serienmörder, alle Opfer stammten wie er aus dem Trinkermilieu von St. Pauli. Tatsächlich verwendet Fatih Akin nur wenige Spielminuten dafür, um diese Frauen mit Charakterzügen zu kennzeichnen. Und doch hat diese vermeintliche Schwäche des Filmes auch etwas Ehrliches. Denn sie zeigt auf, wie hemmungslos und getrieben von innerer Rage Fritz Honka seine Opfer (zur Musik von Heintje und Bata Illic) quälte, um sie später zu töten. Zwei Empfehlungen zum Film. Erstens: Es lohnt sich, zunächst das Buch Der Goldene Handschuh zu lesen, da es tiefer als der Film in die Psyche des Fritz Honka eintaucht und weitere Gäste des Goldenen Handschuhs vorstellt (auch das Hörbuch ist sehr empfehlenswert). Zweitens: Schaut euch den Film nicht auf nüchternem Magen an!  ta

DVD Cover Der Goldene HandschuhDer goldene Handschuh
Regie: Fatih Akin
105 Minuten
Drama
Warner Home Video

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