DVD-Check: Deutschstunde

Die Deutschstunde von Siegfried Lenz zählt zu den erfolgreichsten Romanen der deutschen Nachkriegsgeschichte. Vor rund 40 Jahren wurde er bereits als TV-Zweiteiler verfilmt und im vergangenen Jahr lief die erste Kinoadaption über die Leinwände. Immerhin haben sich rund 300.000 Besucher diese Deutschlektion angeschaut.

Nach dem Zweiten Weltkrieg in Rugbüll, Schleswig-Holstein: Siggi Jepsen (Tom Gronau) lebt in einer Anstalt für schwer erziehbare Jugendliche. Er soll einen Aufsatz zum Thema „Die Freuden der Pflicht“ schreiben. Doch er findet keinen Anfang. Erst als er zur Strafe in eine Zelle eingesperrt wird, schreibt er wie besessen die Erinnerungen an seine Kindheit und seinen Vater Jens Ole (Ulrich Noethen) nieder, der während des Zweiten Weltkriegs als Polizist den Pflichten seines Amtes rückhaltlos ergeben war. Siggi schildert in seinen Aufzeichnungen den Gewissenskonflikt, in den er als Elfjähriger geriet, als er seinem Vater dabei helfen sollte, die Einhaltung eines von den Nationalsozialisten gegen seinen Patenonkel, den Künstler Max Ludwig Nansen (Tobias Moretti), verhängten Malverbots zu überwachen.

Einem Klassiker der Literatur vollkommen gerecht zu werden, scheint fast unmöglich. Immerhin gelingt es Bad-Banks-Regisseur Christian Schwochow, das Dilemma des bedauernswerten Jungen in beklemmenden Bildern festzuhalten. ta

DVD Cover Deutschstunde

Deutschstunde
Regie: Christian Schwochow
Mit Ulrich Noethen, Tobias Moretti, Levi Eisenblätter
125 Minuten
Drama
Capelight
Collector‘s Edition

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