Innenstadt bewegt im September

„Hört auf, auf der Treppe zu drängeln.“ oder „Die beiden, die gerade den Stau in der Rutsche verursacht haben, kommen jetzt erst mal zum Aufsichtsraum.“ – Ansagen, die Schötmaraner und Knetterheider wohl nie vergessen werden. Intoniert vom allseits geliebten Friedel, seines Zeichens Bademeister im Freibad Schötmar und verloren geglaubter Zwilling vom Vater der Kelly Family.
Zu einer Zeit, in der man noch eine Zehnerkarte zum Abknipsen für die Rutsche hatte, der Eintritt eine Mark kostete und Sportvereine ihren Kindern vergünstigte Saisonkarten für 10 Mark verkaufen durften. Heute ist alles anders, auf der Liegewiese gibt´s Hundesport und im Schwimmbecken kraulen nun Flusskrebse.

Eine „Bäder-Krise“ kann man in Bad Salzuflen nicht nur bei Staatsbad oder VitaSol ausmachen. Noch heute trauern viele dem 1998 geschlossenen Freibad Schötmar hinterher. Denn damals war die Stadtkasse bei weitem nicht so marode wie heute! Trotzdem entschied man sich mehrheitlich, nur das Bega-Bad mit Millionenaufwand zu sanieren, weil eine Sanierung beider Freibäder zu teuer geworden wäre. Das Bega-Bad macht derzeit auch wieder Schlagzeilen, weil bei der Sanierung damals die Umkleidekabinen ausgespart wurden.

Es gab im Jahr 1998  also ein total schönes neues Freibad in Salzuflen – mit Umkleiden, die damals wie heute den morbiden Charme der 1960er Jahre verströmen. Alljährlich wurde ein Abriss und Neubau der Kabinen und Duschen verschoben. Jetzt soll es endlich mal soweit sein, doch darüber wird noch diskutiert…

Die frühere Krise um die Kleinschwimmhalle in Knetterheide scheint dagegen ausgestanden zu sein: Der Stadtsportverband verkündete jedenfalls in der letzten Ausschusssitzung, die Sportvereine seien mit den Öffnungszeiten von Bega-Bad und Schwimmhalle Lohfeld zufrieden.
Müsste man nur mal fragen, ob die zahlreichen UnterzeichnerInnen des damals initiierten Bürgerbegehrens heute auch zufrieden sind.

Aber immerhin: Bad Salzuflen kann sich in der Haushaltssicherung noch immer ein Freibad und eine Schwimmhalle leisten. Andere Städte können das schon längst nicht mehr.

Und schließlich steht da ja noch die irgendwo und irgendwann mal geborene Idee des Freibad-Schötmar-Revivals im Raum. Aber damit warten wir besser bis zum nächsten Jahr, wenn wir wieder einen Sommer kriegen.

Kommentar verfassen

Das meinen andere Leser zu "Innenstadt bewegt im September":


schrieb am

Dieser Artikel ist bereits 5 Jahre alt und mich würde interessieren wie es inzwischen mit dem Geländer weiter gegangen ist. Gibt es dazu Informationen oder Pläne?

Ich persönlich finde es im übrigen ziemlich traurig für ein Staatsbad, in dem gerade für sehr viel Geld u.a. Parkanlagen saniert werden, mit denen viele Einheimische und Gäste so zufrieden waren und die sicher mit kleineren Sanierungen ausgekommen wären, kein Geld übrig hat für ein zweites Freibad. Der Blick in Nachbarstädte zeigt deutlich, dass es auch anders geht. In Lage gibt es in mehreren Stadtteilen Freibäder. Da stellt sich doch die Frage warum das in Bad Salzuflen nicht möglich ist. Noch dazu wo dieses Bad offensichtlich beliebt genug war.

Schade nur, dass es inzwischen so aus der Öffentlichen Diskussion verschwunden ist.

Antworten