Stadtgeschichte(n): 40 Jahre Maritim

Dass ein Hotel in Bad Salzuflen 40 Jahre Bestand hat, mag für eine Kuriosität noch nicht ausreichen. Die Geschichten, die sich in einem Hotel dieser Größe abspielen, tun es jedoch allemal.

Im Mai 1972 eröffnete in der Bad Salzufler Parkstraße das dritte Haus der heutigen Maritim-Kette. Zuvor wurden bereits Hotels in Timmendorfer Strand und in Gelsenkirchen eröffnet. „Tagen und Wohnen unter einem Dach“ lautete schon damals das Motto der Maritim-Hotels, die neben dem gehobenen 4-Sterne-Komfort auch großzügige Veranstaltungskapazitäten anbieten konnten. Nach Bad Salzuflen folgten schnell weitere Häuser in Kiel, im Lübecker Stadtteil Travemünde und im Harz (Braunlage). Heute gibt es allein in Deutschland fast 40 Maritim-Hotels und vierzehn weitere Häuser in sieben anderen Ländern. Die Maritim Hotelgesellschaft, die ihren Sitz in Bad Salzuflen hat, zählt damit zu den größten deutschen Hotelketten.

Schaut man auf die Gästeliste des Bad Salzufler Maritims, so findet man bekannte und berühmte Namen aus nahezu allen Bereichen des öffentlichen Lebens. Politiker und Musiker, Sportler und Schauspieler geben sich im Maritim die nicht vorhandene Klinke der schweren Drehtür in die Hand. „Nicht alle Begegnungen sind von Anfang an unproblematisch“, erinnert sich Karola Nagel, die stellvertretende Direktorin des Hauses. „Doch sehr oft ist der Umgang mit den Stars und Sternchen unkomplizierter, als man es vielleicht glauben mag. Erst recht, wenn man ihnen mit Offenheit, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft begegnet.“ So gab es beispielsweise einen österreichischen Bundeskanzler, für dessen vierwöchigen Kuraufenthalt ein zusätzliches Klimagerät in seinem Zimmer installiert wurde. Oder die italienische Primadonna, die aufgrund der Empfindlichkeit ihrer Stimme nach drei zusätzlichen Heizkörpern verlangte. Ihnen konnte geholfen werden und sie dankten es.

„Natürlich ging auch schon mal etwas daneben“, so Karola Nagel. Mit Grausen erinnert sie sich an die erste Begegnung mit einem berühmten TV-Oberinspektor. „Durch ein Versehen war dessen Suite bei Ankunft noch nicht hergerichtet, was der Fernsehkriminalist mit vernehmbarem Ärger zur Kenntnis nahm“, so die stellvertretende Direktorin. „Als ich ihn dann später wegen eines Fotos für unser Journal anrufen musste, zitterten meine Hände und meine Stimme. Allerdings unbegründet: Denn sein Ärger war längst verflogen. Die Freundlichkeit und unser ‚Krisenmanagement´ hatten bei ihm wesentlich mehr Eindruck hinterlassen als der Fehler beim Einchecken.“ Eindruck hinterlassen haben natürlich auch die Stars: So zum Beispiel die Crew eines noch heute sehr bekannten Deutschrockers. Als der in seinen „Steppenwolf“-wilden Zeiten mit Band eincheckte, wurde die Nacht für Gäste und Mitarbeiter zum Tag gemacht. Was sich anschließend allerdings auch im Zustand der Zimmer widerspiegelte.

Auch der erst seit wenigen Monaten in Bad Salzuflen tätige neue Direktor des Hauses, Stefan Kohlhase, hat bereits seine einschneidenden Erfahrungen mit prominenten Gästen gemacht. „Erst kürzlich haben Heino und Hannelore bei uns logiert“, so Kohlhase. „Als Dankeschön für den Service habe ich von Hannelore ein besonders süßes Geschenk bekommen: Die ‚Original Heino Haselnusstorte´…“

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