Buch-Tipp: Die Knochenuhren

(© Rowohlt Verlag)

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Wenn David Mitchell die Welt zu eng wird, dann erschafft er sich eine eigene, verpackt sie in eine fantastische Geschichte und lässt sie aus verschiedenen Perspektiven zu unterschiedlichen Zeiten erzählen.

Heraus kommt dann ein 800 Seiten starkes Ideenfeuerwerk wie Die Knochenuhren, das als Coming-of-Age-Roman im England der 1980er-Jahre beginnt und mit einer Dystopie im Jahr 2043 endet. Dazwischen lässt Mitchell seiner unglaublichen Fantasie freien Lauf, um den Leser an eine Story zu ketten, die sich nahezu sämtlicher Genres bedient, die der Roman als literarische Gattung zu bieten hat. Bemerkenswert, wie sicher Mitchell jedes Jahrzehnt seiner Handlung mit dem perfekten Soundtrack und authentischem Zeitgeist ausstattet.

Verbindendes Element der sechs Kapitel ist die Figur Holly Sykes. Aus Liebeskummer und nach einem Streit mit ihrer Mutter reißt sie als Fünfzehnjährige von zu Hause aus. Auf ihrem Weg begegnet sie einer „verrückten, alten Schachtel“. Für eine Thermoskanne mit kaltem Tee verspricht Holly der „Bekloppten“, ihr Asyl zu gewähren, ohne weiter darüber nachzudenken. Doch ihr Versprechen bleibt nicht ohne Folgen.

David Mitchell ist vor allem durch seinen Roman Der Wolkenatlas (Cloud Atlas) zu Ruhm und Ehre gekommen. Mit Die Knochenuhren legt er nach – und wie!  ta

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