Buch-Tipp: Abschiedsfarben

Bernhard Schlink (Der Vorleser) hat ein kleines Buch mit Kurzgeschichten geschrieben. Dennoch hat er genügend Platz für große Gefühle gefunden.


Abschiede können sehr unterschiedlich sein. Manche sind kurz und schmerzlos, andere eine dauernde Qual. Manche Abschiede gelingen sogar nie so ganz. In neun fesselnden Kurzgeschichten hat der gebürtige Bielefelder und heutige New-York-Berlin-Pendler Berhard Schlink ergreifende Skizzen des Abschiednehmens gezeichnet. Die Farben, die er dabei verwendete, sind trist, matt und manchmal gar tiefschwarz. Nämlich dann, wenn sich neben dem üblichen Schmerz zusätzlich das verlorengegangene Vertrauen, das üble Gewissen oder das Entsetzen über einen Mord einstellen. Bernhard Schlinks große Stärke liegt darin, dass er sogar seine melancholischen Kurzgeschichten krimiartig über einen kompakten Spannungsbogen zu einem dramatischen Finale führt. Oft erfährt der Leser erst zum Schluss, im welch besonderen Beziehungen die Abschiednehmenden tatsächlich zueinander standen. Dass der Autor dabei ab und an in eine etwas pathetische Formulierung abdriftet, stört dabei kaum bis gar nicht. Mit seinen Abschiedsfarben liefert Bernhard Schlink eine absolut lesenswerte Sammlung kleinerer und größerer Tragödien. Empfehlung!

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Buchtitel: Bernhard Schlink – Abschiedsfarben
Buchtitel: Bernhard Schlink – Abschiedsfarben

Abschiedsfarben
Bernhard Schlink
Gebundene Ausgabe
240 Seiten
24,00 €
Diogenes

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