Buchcover Die Jagd von Sasha Filipenko

Die Jagd
Sasha Filipenko
288 Seiten
Gebundene Ausgabe
Thriller / Roman
23,00 €
Diogenes

In normalen Zeiten wäre der Roman von Sasha Filipenko nicht viel mehr als ein hundsgemeiner, stellenweise etwas übertriebener Thriller aus dem guten alten Russland.

Fies und gemein ist vor allem der Oligarch Wladimir Wolodja Slawin, der die Vorzüge des Westens bis zum Anschlag ausnutzt, nach außen allerdings den staatstreuen, orthodoxen Patrioten gibt. Fies und gemein sind auch Wladimirs Bluthunde Kalo und Lew, die als Handlanger von Onkel Wolodja dafür sorgen sollen, dass der kritische, etwas zu neugierige Journalist Anton Quint das Weite sucht.

Es sind aber keine normalen Zeiten. Und so wird aus dem Thriller des belarussischen Autors Sasha Filipenko ein 288 Seiten langes Statement zu den Zuständen im modernen Russland. Nahezu jedes Kapitel des Buches, das vor allem Terror, Lügen und ungebrochenen Widerstand thematisiert, erinnert an Schlagzeilen der vergangenen Wochen.

„Russland ist ein Land, in dem die Mehrheit nur Lügen glauben will.“ Dieses Zitat des tatsächlich zum Scheitern verurteilten Helden ist nur eines von vielen, die lange nach der Lektüre im Kopf bleiben.

Rainer Tautz

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