Rüdiger Dittmann kann mittlerweile schon wieder lächeln. // Foto: Tautz

Kompromisslos und kritisch

24 Jahre lang war Rüdiger Dittmann in leitender Stellung bei der Freiwilligen Feuerwehr Bad Salzuflen tätig. 2014 war plötzlich Schluss. Warum das so kam, hat er bis heute nicht richtig verstanden. Und trotzdem hat er es uns erklärt.

Herr Dittmann, haben Sie sich das Ende Ihrer Laufbahn als Stadtbrandmeister für Bad Salzuflen selbst zuzuschreiben?
Das muss ich wohl. Denn Bürgermeister und Politik haben sich konkret gegen mich entschieden, obwohl ich von meinen Kameraden mit großer Mehrheit bestätigt und für weitere sechs Jahre vorgeschlagen wurde. Insofern kann ich die Ursache auch nur bei mir suchen.

Es hieß, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Ihnen und dem Rat der Stadt zerstört sei. Das lässt viele Interpretationen zu.
Immerhin so viele, dass ich und selbst meine Frau immer wieder gefragt wurden, was ich denn nun wirklich angestellt hätte. Da müsse doch etwas vorgefallen sein …

Aber sie haben keine Ahnung, was schließlich den Ausschlag gab?
Ich hätte es selbst gern gewusst, weil ich dann konkret darauf hätte reagieren können. Aber eine Kommunikation fand praktisch bereits seit Monaten nicht mehr statt. Deshalb muss ich davon ausgehen, dass die Entscheidung schon seit langer Zeit feststand, aber weder mir, den Kollegen der Freiwilligen Feuerwehr oder dem Kreisbrandmeister mitgeteilt wurde.

Womit die Frage nach der Ursache noch immer nicht geklärt ist …
Ich glaube, dass ich über die 24 Jahre, in denen ich leitend bei der Freiwilligen Feuerwehr tätig war, nicht immer der angenehmste Gesprächspartner für Politik und Verwaltung war. Wenn es darum ging, meinen Aufgaben und Verpflichtungen als Leiter der Feuerwehr nachzukommen, habe ich mich oft nicht sonderlich kompromissbereit gezeigt. Konnte es aber nach meiner Auffassung auch nicht, weil es schließlich bei fast allen Fragen um die Sicherheit der Bad Salzufler Bürger und um die meiner Kameraden ging. Das Erreichen von Schutzzielen, die Ausstattung und die Infrastruktur der Feuerwehr – das sind alles Punkte, die über Leben und Tod entscheiden können. Wenn ich mich als Stadtbrandmeister hier nicht für die optimalsten Voraussetzungen in Bad Salzuflen einsetze, gehe ich meinen gesetzlichen Verpflichtungen nicht nach. Ja, ich habe mich getraut, deutliche Kritik zu üben, über das Verhalten von Rat, Verwaltung und Bürgermeister, wie mit der Bitte des Landrates, einen gemeinsamen Standort für Feuerwehr und Rettungsdienst zu finden, umgegangen wurde. Das jetzige Ergebnis bereitet mir heute noch Magenschmerzen. Ich bin angetreten, die Hilfsfristen für die Bürger von Bad Salzuflen zu verbessern. Das ist mir leider nicht gelungen.

Wie geht es mit Ihnen und der Feuerwehr weiter?
Das liegt in den Händen meiner Feuerwehrkameradinnen und -kameraden, inwieweit Sie sich dem Vorgehen von Bürgermeister und Verwaltung beugen wollen. Gelebte Demokratie sieht nach meinem Verständnis anders aus. Die anstehenden Probleme können nicht durch den Austausch einer Führungskraft beseitigt werden.

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