Buch-Tipp: Diese gottverdammten Träume

© DuMont Buchverlag

© DuMont Buchverlag

Wo geht’s hin in diesem Sommer? Allen unentschlossenen Urlaubern sei eine literarische Reise an die nördliche Ostküste der USA empfohlen. In der Kleinstadt Empire Falls ist es zwar nicht schön, aber die Menschen, die dort leben, sollte man kennengelernt haben.

Mit dem Kammerspiel Diese gottverdammten Träume hat Richard Russo den Einwohnern von Empire Falls bereits 2001 ein Denkmal gesetzt. Wer in dieser, dem Untergang geweihten Kleinstadt einmal strandet, kommt schlecht wieder weg. So wie Miles Roby, der mit seinem eher mäßig laufenden Empire Grill so etwas wie die zentrale Anlaufstelle des Kaffs bildet. Miles selbst hatte es bereits einmal raus aus Empire Falls geschafft. Doch als vor Jahren seine Mutter erkrankte, kam er zurück – und blieb. Menschen wie Miles gibt es viele, und Richard Russo versteht es ausgezeichnet, ihre Biografien zu einem trostlosen Gesamtbild zu vermischen. Einen idyllischen Wasserfall, wie ihn der Ortsname scheinbar verspricht, gibt es hingegen weit und breit nicht in der Nähe von Empire Falls. Nur einen vor Jahrzehnten begradigten Fluss, auf dem es kontinuierlich abwärts geht – eine passende Metapher für das dahintreibende Leben der Menschen im Ort. Übrigens: Empire Falls gibt es nur in diesem, mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Roman von Richard Russo. ta

Richard Russo: „Diese gottverdammten Träume“, DuMont Buchverlag, 752 Seiten, 24,99 Euro

 

Kommentar verfassen