Innenstadt bewegt im September

War es ein Sommerlochthema oder steht die Diskussion um das Wasserspiel auf dem Konzerthallenvorplatz symptomatisch für den ewig währenden Streit in Bad Salzuflen „Wem gehört der Kurpark“?

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Hunde an die Leine, Fahhrräder verboten. Und Kinder? Eine hitzige Diskussion drehte sich in den letzten Sommer-Wochen um die heiße Frage, ob spielende Kinder das Kur-Klima stören.

Zum Ende des Sommers darf sich nun „das Volk“ an zwei Wochenenden am eintrittsfreien (18. & 19.09) Kurpark erfreuen – ein „Feldversuch“, um herauszufinden, ob sich der Pöbel auch ohne Stacheldraht und Wachschutz zwischen See und Gradierwerk benehmen kann oder ob marodierende Kinderbanden die grünen Rasenflächen in ein Schlachtfeld verwandeln.

Kinder sind ja ziemlich dreist: Sie tun nie das, was man ihnen sagt; sie entdecken die Welt auf eigenen Wegen und wollen auch noch überall spielen. Verständlich, dass sich mancher aufregt, wenn das Wasserspiel auf dem Konzerthallenvorplatz dem kindlichen Gemüt so viel Begeisterung entlockt. Schließlich haben doch private Investoren mit viel Geld einen eingezäunten, eintrittspflichtigen Bereich am Kurparksee geschaffen, damit die Kinder möglichst weit weg von den Gradierwerken spielen können. Sehr unverschämt von den heutigen Kindern, diesem tollen Angebot nicht die ihm zustehende Beachtung (und Bezahlung) entgegen zu bringen!

Anders herum genießen Kur- und sonstige Gäste gerne den ruhigeren Bereich am Gradierwerk – ein Interessenskonflikt? Nicht unbedingt, denn schließlich leben die Generationen auch anderswo zusammen, warum sollte das also nicht auch im Zentrum Bad Salzuflens funktionieren? Sicher war früher alles besser: Die Kinder gingen im Sonntagsstaat an der Hand von Oma, Opa, Vater, Mutter, Onkel oder Tante brav und gesittet durch den Kurpark und ergötzten sich an der botanischen Vielfalt. Aber damals gab es für ungehorsame Kinder (und nicht nur für die) auch öfter noch mal was mit dem Teppichklopfer und mit 14 Jahren mussten sie sowieso in die Lehre gehen.

Den Kindern KEIN Vorbild waren jedenfalls in den vergangenen Wochen die eifrigen Leserbriefschreiber und die gegenseitigen Beschuldigungen, die auch mancher Lokalpolitiker gerne für sich ausschlachtete. So kann gemeinsames Zusammenleben jedenfalls nicht funktionieren – und man fragt sich wie so oft, warum noch keiner auf den Gedanken gekommen ist, aus der vermeintlichen Not eine Tugend zu machen? Wo bleiben die konstruktiven Vorschläge für einen „Familientag im Kurpark“, wo bleiben die Pläne für ein Event unter der Überschrift „Park der Generationen“, bei dem Alte wieder spielen und laut lachen können und wo Junge die Schönheit und Ruhe des Parks oder die heilende Wirkung der Sole kennenlernen können? Wie man ein Sommertheater veranstaltet, haben die Kinder unserer Stadt – und viele Menschen auch über die Grenzen Lippes hinaus – jedenfalls in diesem Jahr gelernt.

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