15.02.2012 // Jetzt doch Bewegung beim Salzsiederfest?

In Salzuflen wird die Sicherheit auch bei Fluchtwegen groß geschrieben...

In Salzuflen wird die Sicherheit auch bei Fluchtwegen groß geschrieben...

Die Absage des Salzsiederfestes steht für die Werbegemeinschaft fest – wenn die Auflagen der Stadt nicht gesenkt werden oder die Stadt sich nicht finanziell beteiligt. Zu dem angekündigten Gespräch zwischen Werbegemeinschaft, der Stadt und dem Sicherheitsgutachter soll es nun am 27. Februar kommen. Bis zu dem Zeitpunkt der festlichen Eröffnung eines doch stattfindenden „Salzsieders“ würden dann im Falle einer Einigung keine zehn Wochen mehr liegen.

Hierzu sei die Frage erlaubt, mit welchem Ad-hoc-Programm die Werbegemeinschaft die Menschen aus Nah und Fern dann noch begeistern wollte? Gibt es kulturelle, künstlerische Sehenswürdig- und Hörenswertigkeiten in Wartestellung? Lauern salzhof- und massenkompatible Top-Acts wie gebannt vor ihren Telefonen auf einen zusagenden Anruf aus Bad Salzuflen? Oder erledigt sich auch deshalb das Sicherheitskonzept wie von selbst, weil die programmatischen „Stern“-Stunden auf dem Salzhof noch weniger strahlen als schon zuletzt.…

Wie auch immer: Rund zwei Monate vor dem Salzsiederfest-Termin kommt jedenfalls Bewegung von einer ganz anderen Seite in die Sache: Mindestens ein auswärtiger Interessent will an Stelle der Werbegemeinschaft das Salzsiederfest durchführen. Das Unternehmen „Vergnügungsbetrieb & Veranstaltungen Manuela Gerste“ hat gestern in einem Schreiben an den Bürgermeister und die im Rat vertretenen Fraktionen beantragt, ihm „die für die Durchführung des Salzsiederfestes vom 04. bis zum 07.05.2012 erforderlichen Genehmigungen zu erteilen“. Begründung: Man habe langjährige Erfahrung mit der Veranstaltung von Festen in dieser Größenordnung nicht nur in Bad Salzuflen und sei mit den hiesigen Gegebenheiten und Örtlichkeiten bestens vertraut. „Wir sehen deshalb die von der Werbegemeinschaft vorgetragenen Gründe für die Absage nicht so gravierend und unlösbar, als dass das Salzsiederfest dieses Jahr ausfallen müsste.“

Das Unternehmen Gerste ist hier in der Tat kein Unbekannter, es richtete bis 2008 den Salzufler Weihnachtstraum aus. Dem Vernehmen nach sind Gerstes nicht einmal die einzigen Interessenten für das Salzsiederfest oder ein Fest anstelle dessen.

Geht das überhaupt? Die Online-Recherche beim Marken- und Patentamt fördert keine geschützte Marke „Salzsiederfest“ zu Tage. Den Namen könnte demzufolge jeder Veranstalter verwenden. Ein Problem ist der Salzhof: Denn der kann für solche Veranstaltungen nur an bestimmten Terminen genutzt werden. Einer dieser festen Termine war bislang neben dem Schützenfest und dem Weinfest das Salzsiederfest. Fällt es aus, stünden die entsprechenden Tage wieder zur Verfügung – für einen anderen Ausrichter oder eine komplett andere Veranstaltung.

Die Absage des Salzsiederfestes lassen die Salzufler jedenfalls nicht einfach auf sich sitzen: Über 3.176 Menschen (Stand: 15.02.) beteiligen sich bei Facebook an der Veranstaltung „Salzsiederfest 2012 MUSS STATTFINDEN!!“ und diskutieren hier engagiert über Möglichkeiten, das Stadtfest zu erhalten. „Nur“ 356 Personen trugen sich dagegen bislang in eine Online-Petition zum Fest ein.

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Das meinen andere Leser zu "15.02.2012 // Jetzt doch Bewegung beim Salzsiederfest?":


schrieb am

Ich finde beide Kommentare absolut zutreffend…

Neues Kind, neuer Name und Profis dahinter die das Geld in die richtigen Kassen lenken.

Mai 2012 ist HEUTE unrealistisch … dann lieber für 2013 neue Wege gehen

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schrieb am

Ja was soll man sagen, die Werbegemeinschaft hat ja schon bald eine Monopolstellung in BS was die Ausrichtung großer Feste anbelangt. Abgesehen von der diesjährigen Kostenfrage, waren die letzten beiden Veranstaltungen musikalisch gesehen eh schon dürftig. Die Band an der Salze/gegenüber Stadtgespräch sowieso schon abgeschafft, bis wohin möchte man noch sparen. Sicherheit ist ein wichtiger Faktor. Bei einem eingetragenen Verein, der ja nur die Belange der Stadt und die Gemeinschaft der Werbenden im Sinne haben sollte, müßte man ja davon ausgehen, dass das Fest an sich im Vordergrund steht und keine wirtschaftlichen Interessen einzelner Personen. Vielleicht würde ein anderer Veranstalter der Stadt ganz gut bekommen.

Im Übrigen fällt das ja früh ein, dass mal nicht so viel Übrig bleibt als sonst. Ich würde mich als Stadt nicht nötigen lassen und im Ernstfall einmalig das Fest ausfallen lassen um einen adäquaten Ersatz zu suchen.

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schrieb am

„Wie Michael Welslau auf Anfrage der LZ betonte, wird es ein Salzsiederfest allerdings nicht ohne die Werbegemeinschaft geben.“Das ist seit 31 Jahren eine Privatveranstaltung der Kaufmannschaft. Die Markenrechte liegen bei der Werbegemeinschaft“, sagte der Vorsitzende.“
Endlich ist die Katze aus dem Sack. Ein Herr Welslau bekommt den Hals nicht voll. Bietet seit Jahren ein Programm, welches getrost mit mangelhaft bewertet werden kann und verlangt von den Bürgern (Stadt) die Kosten für Sicherheit zu tragen. Sicher hat das Fest Tradition, aber nicht um den Preis, das sich einzelne Bürger ohne Leistung bereichern und nur durch Seilschaften am Ball bleiben dürfen. Das Fest muss in andere Hände, alles andere ist Betrug am Bürger.

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