Helds Welt: Schilda ante Portas

Von Uwe Voehl. Illustriert von Ulrich Tasche.

Es muss so im Jahre 49 v. Ch. gewesen sein, also rund zwei Jahre, bevor Asterix Rom eroberte. Da gab es auch in Lippe ein Städtchen, das von den Römern erobert war.

Das weiß heute nur keiner mehr. Und da der Lipper damals noch sehr friedfertig war, nahm man die Belagerung auch so hin. Vor allem, da die Römer bekanntlich auch einige Neuerungen mitbrachten. Wie die Pflasterstraßen und den Beton. Vor allem ein römischer Gesandter tat sich sehr hervor und bepflasterte und betonierte alles zu. Sein Name ist nicht überliefert. Wohl aber, dass er eines Tages auf die Idee kam, Stadttore zu errichten. „Wozu brauchen wir Stadttore, oh Herr? Vor Euch hat uns niemand bedroht. Und jetzt bedroht uns niemand, weil Ihr uns erobert habt!“, fragten die Bürger. Da die Römer angeblich auch den Kompromiss erfunden haben, gab sich der Gesandte mit einem solchen zufrieden: „Dann bauen wir eben Tore ohne Tore. Das kommt auch billiger.“ Dictum, facrum, wie der Römer sagt, und so entstanden an sämtlichen Dorfzugängen prächtige Triumphtore.

Die waren schön anzusehen. Einzig die Pferdefuhrwerke kamen schlecht hindurch. Dann plante der Gesandte, den heiligen Brunnen der Mater Salina, der Schutzpatronin des Ortes, zu versetzen und dafür einen neuen aus dem Versandkatalog zu errichten. Da packte die friedfertigen Lipper der Zorn. Der war so groß, dass sie die Römer verjagten und sogar im Jahre 9 n. Ch. die Schlacht im Teutoburger Wald gewannen. Ein Nachfahre des Bauherrn soll später große Erfolge gefeiert haben. In Schilda, wo man begeistert von seinen Toren ohne Tore war!

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