Erster Spatenstich zum Baubeginn im Schulzentrum Aspe

Darstellung der Baumaßnahmen am Schulzentrum Aspe

Bad Salzuflen. Mit dem ersten Spatenstich haben Bürgermeister Dr. Roland Thomas und der technische Beigeordnete Bernd Zimmermann am Montag, den 19. November 2018 symbolisch umfangreiche Neubau- und Sanierungsmaßnahmen am Schulzentrum Aspe begonnen.

Das Gebäudeensemble des Schulzentrums Aspe setzt sich mittlerweile aus zum Teil sehr unterschiedlichen Gebäuden zusammen. Dominiert wird es durch das Langhaus der Gesamtschule und die Mehrfachsporthalle, die orthogonal zueinanderstehen und damit die Hauptachsen aufspannen. Das derzeitige, sehr heterogene Erscheinungsbild des Schulzentrums hat sich über Jahre entwickelt. Die unterschiedlichen Architekturstile sind
deutlich erkennbar. Ziel der Gesamtmaßnahme ist es, die Gebäudekomplexe der beiden Schulformen  (Gesamtschule und Realschule) neu zu gliedern und ihnen so ein klares Profil und eine deutlichere Eigenständigkeit zu geben. „Durch drei zukunftsweisende Lernhäuser schaffen wir einen Lernort mit hoher  Aufenthaltsqualität. Denn wer sich wohl fühlt, kann besser Lernen.“, ist sich Dr. Thomas sicher. Die Lernhäuser sind als Holzblockhäuser geplant, die mit einer Fassadebekleidung aus vertikalen Holzlatten versehen sind. Dies führt zu einer schnellen und kostengünstigen Bauweise, die den sehr knapp angesetzten Bauabschnitten (jeweils ein Schuljahr) entgegenkommt. Durch die offene Magistrale gehen Außen- und Innenräume fließend ineinander  über. Natürliche, nachhaltige Materialien bestimmen auch die Innenräume.

Insgesamt investiert die Stadt in den kommenden drei Jahren rund 27 Millionen Euro in das Schulzentrum Aspe. Die Stadt Bad Salzuflen erhält hierfür vom Land NRW Fördergelder, beispielsweise knapp 1,7 Millionen Euro für  die energetische Sanierung der Fenster und Festverglasungen auf der Grundlage Kommunalinvestitionsfördergesetzes. Über die Verwendung weiterer für Schulinvrastrukturmaßnahmen  vorgesehener Landesmittel aus dem Fördertopf „Gute Schule 2020“ entscheidet der Rat.

Die Baumaßnahmen im Detail

Realschule: Neubau- und Sanierungsmaßnahmen

Die abgänglichen Bauten 08+09+12 der Realschule werden sukzessive zurückgebaut und eröffnen dem Grundstück notwendiges Erweiterungspotential für zwei Neubauten in Form von Lernhäusern. Das Gebäude 10  wird ebenfalls in Teilen zurückgebaut und durch einen ähnlichen Neubaukörper eingeschossig überbaut. Damit  kann der sanierte WC-Kern erhalten bleiben und weiter genutzt werden. Die bereits vorhandene Struktur der  Gebäude wird aufgegriffen und durch drei Baukörper entlang einer großzügigen Erschließungsachse (Magistrale) fortgesetzt. Sie bilden mit den Bestandsbauten der Realschule (Gebäude 03+04) eine eigene, städtebauliche  Figur (Kammstruktur), die eine hohe architektonische Gestalt besitzt. Die neue Adresse der Realschule befindet sich folgerichtig am Anfang der Magistrale. Davor liegt ein höher gelegener Vorplatz, der barrierefrei über eine großzügige Treppenanlage mit Rampen vom Hauptplatz erreichbar ist.

Sämtliche Fachklassen der Realschule werden nutzungsbezogen im Gebäude 03 untergebracht. Die Klassen- und Differenzierungsräume befinden sich verteilt sowohl in den Neubauten, als auch in dem tiefgelegten  Gebäude 02 (Zehnerbau), das nicht unmittelbar an die Magistrale angebunden ist. Eine am Anfang liegende,  thermisch geschlossene, zweigeschossige Halle dient als Entree und gleichzeitig als Pausenhalle. Daran  schließt sich die Magistrale an, die seitlich offenbleibt. Verspannte Edelstahlnetze fungieren als Absturzsicherung und zum Schutz vor Vandalismus. Die Magistrale als Kommunikationsort ist zweigeschossig und überdacht.

Die Neubauten ermöglichen eine stufenzugehörige Aufteilung der Klassen (Jahrgangsstufenhäuser), sind  barrierefrei und haben eine hohe Identität für die Klassenverbände.

Vorteile

  • Pädagogisches Konzept: Jahrgangsstufenhäuser
  • Schulhäuser mit hoher Aufenthaltsqualität u. Identität
  • Baumbestand westlich der Realschule bleibt erhalten
  • vereinfachter Brandschutz: Neubauten als Nutzungseinheiten + Barrierefreiheit

Gesamtschule: Sanierungsmaßnahmen

Die Sanierungsmaßnahmen der Gesamtschule konzentrieren sich darauf, das Langhaus im Inneren zu sanieren. Gleichzeitig werden räumliche Defizite kompensiert, die die Bereiche der Tageslichtausnutzung, der Orientierung und der Nutzungsprofile des Gebäudes verbessern. In Hinblick auf das pädagogische Konzept werden Jahrgangsstufen zu fünfzügigen Einheiten zusammengefasst.

Die Bestandsstruktur bietet dafür großes Potential. Die Einheiten werden brandschutztechnisch als  Nutzungseinheiten gelesen und erlauben eine hohe Flexibilität. Die brachliegenden Flure werden freigeräumt und  durch kommunikative Aufenthaltsbereiche (sog. „Lerninseln“) ersetzt. Damit erhält jeder Klassenverband flexibel  nutzbare „Lernlandschaften“. Differenzierungsräume, Inklusionsräume und dezentrale Teamzimmer ergänzen  das offene, individuelle Lernkonzept.

Die Sekundarstufe II wird vierzügig ausgebaut und vollständig im Langhaus als Einheit im 1. und 2. Obergeschoss integriert. Es muss nicht angebaut oder ausgelagert werden. Die Positionen der Fachklassen  bleiben im Erdgeschoss erhalten. Die bisher als Hörsäle genutzten, innenliegenden Räume werden mit den  Vorbereitungsräumen getauscht und erhalten Tageslicht. Zwei überschüssige Fachklassen werden umgewidmet.

Die Kunsträume werden verlegt, um die Jahrgangsstufe 5 ebenfalls als Verband zusammenhängend im  Erdgeschoss zu gruppieren. In logischer Konsequenz wird die Verwaltung der Gesamtschule in das Langhaus  zurückgeholt und im 1. Obergeschoss (Bereich des ehemaligen Selbstlernzentrums) verortet. Über das am  Eingang liegende Treppenhaus ist sie leicht auffindbar und orientiert sich damit wieder näher zu den Schülerinnen und Schülern. Das Selbstlernzentrum als übergeordneter Bereich wird umgekehrt in das Gebäude  04 der Realschule verlegt (frühere Verwaltung Gesamtschule) und liegt damit an der Schnittstelle beider  Schulformen.

Vorteile

  • Sortierung der Klassen zu Jahrgangsstufen
  • Anzahl der Klassen / 5-zügige Sek I / 4-zügige Sek II
  • multifunktional nutzbare Räume für Differenzierung, Inklusion und Internationale Klasse
  • Erhaltung des Fachklassentrakts
  • Verlagerung der gesamten Teamzimmer und Verwaltung in das Langhaus
  • Verlagerung des Selbstlernzentrums zur gemeinsamen Nutzung von Realschule und Gesamtschule
  • Freilegung der Flurzonen zur besseren Orientierung
  • Einrichtung von Lernlandschaften durch Nutzungseinheiten

Geplanter Zeitablauf:
1. Erwarteter Aufbau der Holzblockhäuser, Februar 2019
2. Fertigstellung Realschule einschl. Haus 03 voraussichtlich Juli 2019
3. Beginn Sanierung Gesamtschule- Teil 01, August 2019
4. Beginn der Fassadensanierung Gesamtschule Aug. 2019
5. Fertigstellung Sanierung Gesamtschule Teil 01, Juli 2020
6. Beginn Sanierung Gesamtschule Teil 02, August 2020
7. Fertigstellung Sanierung Gesamtschule Teil 02, Juni 2021
8. Sanierung Haus 04 bis Ende 2021
9. Gesamtfertigstellung Ende 2021/ Anfang 2022

(Text und Illustration: Stadt Bad Salzuflen, Pressemitteilung)

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