Stadtgeschichte(n): Vom Kinderkurheim zum Seniorenzentrum

Die Geschichte von Bethesda

Montage: © Salzstreuner

Bereits ein Jahr später begannen die Bauarbeiten an der heutigen Sophienstraße, wo ein erstes festes Haus Platz für knapp 100 Kinder bot. Die Zahl der aus allgemein schwächlichen und rachitischen Kindern bestehenden Pfleglinge stieg und so wurde das erste Haus vom Verein der Kinderheilanstalt in Salzuflen mehrfach erweitert. 1884 konnte sich die Einrichtung, die ihren Beinamen erst Ende der 1920er Jahre bekommen sollte, mit dem Titel der größten Einrichtung ihrer Art im damaligen Deutschen Reich schmücken. Vier- bis vierzehnjährige Mädchen und Jungen erholten sich damals in Bad Salzuflen – räumlich streng voneinander getrennt.

1903 wurde ein neues Knabenhaus eingeweiht. Es befand sich an den Tennisplätzen am Gradierwerk, auf der anderen Seite der Bismarckstraße. Dieser Neubau war auch notwendig geworden, weil die Kleinbahn mit ihrem Bau (1902) zwischen Mädchen- und Jungenhaus hindurch führte. Die alte Knabenbaracke an der Sophienstraße blieb trotzdem noch viele Jahrzehnte in Betrieb: Als Kleinbahnhof Kurpark inklusive Bahnhofsgaststätte.
Nach dem Bau eines Jugendheims beschloss man 1910 den vollständigen Umzug in die Moltkestraße. Mit dem neuen Mädchenhaus war 1913 die Kinderheilanstalt dort komplett. Das Sophienhaus blieb an der Sophienstraße. In den 1960er Jahren ging die Zahl der Kinderkuren immer weiter zurück – bedingt auch durch die Krise im Ruhrgebiets-Bergbau, wo Kuren den Einsparungen zum Opfer fielen. Man richtete im bisherigen Jugendheim ein Altenheim ein. Nach dem Übergang an das Evangelische Johanneswerk wurden 1973 und 1976 die Bauten der Heilanstalt abgerissen. Sie machten Altenwohnungen und dem heutigen Seniorenzentrum Platz.

Übrigens wurde die Entwicklung des Kinder-Bades in den Anfängen auch von der Kurverwaltung gefördert: Sie ließ nicht nur spezielle Kuren entwickeln, sondern baute auch Spielplätze. Und das mitten im Kurpark!

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