Buch-Tipp: Wer den Wind sät

Verlag C.H.BECK

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Was westliche Politik im Orient anrichtet

Michael Lüders´ Buch Wer den Wind sät. Was westliche Politik im Orient anrichtet ist eine sachliche Abrechnung mit der Außenpolitik des Westens: Was nicht passt, wird passend gemacht. Wer den meist handfesten wirtschaftlichen Interessen im Wege steht, wird weggeputscht – mit unvorhersehbaren Konsequenzen.

Dämonisieren, sanktionieren, militärisch intervenieren: Michael Lüders weist auf ein Handlungsmuster hin, das seit Jahrzehnten den Umgang des Westens mit dem Nahen und Mittleren Osten kennzeichnet. Als Sündenfall schlechthin und Blaupause für das Vorgehen gegen ungewollte Machthaber und Konstellationen beschreibt er den Putsch amerikanischer und britischer Nachrichtendienste gegen den iranischen Premierminister Mossadegh im Jahr 1953. Der demokratisch gewählte Volksvertreter Irans verstaatlichte die heimische Ölindustrie, um einen größeren Anteil des Nettogewinns im eigenen Land zu behalten. Grund genug, um von Churchill und Eisenhower durch den ins Exil abgewanderten und noch westlicher eingestellten Reza Schah Pahlavi ersetzt zu werden.

Seit dieser Mission lassen sich viele weitere westliche Operationen finden, die sich hinsichtlich der Interessenlage und Durchführung auf das gleiche Schema reduzieren lassen. Statt Frieden und Wohlstand haben sie allerdings nur „Kriege, Staatszerfall, Stagnation und Gewalt” gebracht. Und das längst nicht mehr nur für den Nahen und Mittleren Osten. Bereits im März erschienen, ist das Buch heute aktueller denn je. ta

C.H.Beck 14,95 €

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