Berlin Heat Cover

Berlin Heat
Johannes Groschupf
254 Seiten
Taschenbuch
14,95 €
Suhrkamp Verlag

Kiezromantik, Kriminalität und notorische Loser. In seinem infernalischen Roman Berlin Heat zeigt der Hauptstadtkenner Johannes Groschupf die kochende Spreemetropole von unten.

August 2021 in Berlin. Die Stadt ist heiß. Und das in jeder Hinsicht. Die Temperaturen springen locker über die 30-Grad-Marke, während sich das Hauptstadtvolk mühsam an die Normalität der Nach-Corona-Zeit gewöhnt.

Auch die Touris strömen endlich wieder an die Spree. Gut für Tom Lohoff. Der Glücksspieljunkie vermietet partysuchenden Hipstern nicht nur Gut-und-günstig-Unterkünfte aus dem väterlichen Bestand, er liefert ihnen auf Wunsch auch gleich die passenden Drogen für den Berliner Wochenendtrip. Mit den Einnahmen trägt der 30-Jährige einen Teil seines Wettschuldenbergs ab, der dennoch kontinuierlich weiterwächst.

Als eines Tages einer seiner Hauptgläubiger – die albanische Unterweltgröße Krasniqi – Ernst macht und seine 12.000 Euro von Tom zurückverlangt, sieht sich der Zocker zu besonderen Maßnahmen gezwungen. Er bestiehlt seinen zugedröhnten Mitbewohner Daniel, pumpt einmal mehr seinen Vater an und geht auf das Angebot von Ronny und Henne ein: 2.000 Euro in Cash für eine Wohnung, die Tom eigentlich schon an ein Pärchen aus Boston vermietet hatte.

Irgendwie geht das Geschäft klar, doch Tom ahnt nicht, dass die neuen Mieter einen dritten Bewohner ins Apartment schleusen: Max Kallatsky. Der hochrangige AfD-Politiker wurde wenige Wochen vor der Bundestagswahl angeblich von einer linksterroristischen Gruppe entführt. Corona ist fast weg. Der ganz normale Wahnsinn ist noch da.

Rainer Tautz

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