Goodbye Bad Salzuflen: Markus Rausch, Uwe und Jürgen Ortmann vor dem Anno
Schlüsselübergabe vor dem Anno. Uwe Ortmann, Jürgen Ortmann und Markus Rausch (vo. li. nach re.). // Foto: Rainer Tautz

Natürlich die Ortmänner. In diesem Jahr starten Jürgen und Uwe Ortmann ein neues Herzensprojekt. Ihre Kneipe Anno bekommt einen Ableger – und zwar auf Mallorca. Dafür wandert Jürgen aus und Uwe schmeißt weiter den Laden in der Salzufler Innenstadt. Begleitet wird Jürgen Ortmann von Markus Rausch, der nach eigenen Angaben „so halb auswandert“. Und als Denker und Lenker im Hintergrund an dem Projekt Cala Ratjada mitwirken wird. Außerdem auf der Insel dabei: Der Fernsehsender VOX.  

Das Anno wandert 2022 aus. Wie seid ihr darauf gekommen?
Markus: Der Wunsch, ein Anno auf Mallorca aufzumachen, besteht bei Jürgen schon sehr lange. Vor rund fünf Jahren hatte er mir von der Idee erzählt. Ich war ziemlich angetan davon. Allerdings habe ich meine Mitwirkung nur unter der Bedingung zugesagt, dass wir eine Top-Location dafür finden würden.
Jürgen: Sowohl für Markus als auch für mich kam von Anfang an nur ein Lokal in 1A-Lage infrage. Wir hätten nie etwas genommen, was sich in zweiter oder dritter Reihe zum Strand oder zum Hafen befindet.

Und die 1A-Lage habt ihr gefunden?
Markus: Genau. Direkt am Yachthafen von Cala Ratjada. Im März sind wir beide auf die Insel geflogen, um uns einige freie Objekte anzusehen. Allerdings war der einhundertprozentige Treffer nicht dabei. Doch am letzten Tag unseres Aufenthaltes haben wir einen Geheimtipp bekommen: Ein gut laufendes Steak-Restaurant, das das Inhaberpärchen eventuell abgeben würde. Und das sich sogar direkt am Hafen von Cala Ratjada befindet. 

Warum wollten die Inhaber das Lokal abgeben, wenn es doch gut läuft?
Markus: Die Inhaber haben das Lokal nur an sechs Abenden in der Woche öffnen können, da sie nebenbei auch noch einen Cateringservice mit Bootsfahrten betreiben. Irgendwann wurde den beiden das Ganze zu viel. Und so haben sie sporadisch nach möglichen Nachfolgern für ihr Steak-Restaurant gesucht. Das wurde uns glücklicherweise zugetragen.

Das Mallorca-Anno wird ein Steakhaus?
Jürgen: Nein, ganz bestimmt nicht. Das Anno in Cala Ratjada wird ein echtes Anno. So wie es unsere Gäste auch aus Bad Salzuflen kennen. Allerdings werden wir auch Speisen der Mexikanischen Küche anbieten.

Und wer von euch kocht? 
Markus: Keiner von uns. Wir übernehmen das Küchenpersonal unserer Vorgänger. Jürgen und Rafael, unser zweiter Geschäftsführer vor Ort, übernehmen den Service in der Anfangszeit. Später, wenn die Saison richtig angefangen hat, werden wir das Service-Personal erweitern.

Also bleibt ihr selbst auch auf der Insel? 
Jürgen:
Ich schon. Ich werde überwiegend auf Mallorca bleiben, aber auch gelegentlich in Bad Salzuflen sein. Uwe wird das Anno hier weiterführen. 
Markus: Ich werde zwischen Bad Salzuflen und Cala Ratjada pendeln. Da ich mich ohnehin mehr im Hintergrund bewegen und das Geschäftliche im Auge behalten werde, muss ich nicht ständig auf der Insel sein. Außerdem habe ich auch in Bad Salzuflen noch einige Aufgaben.

Zum Beispiel die Kommunalpolitik …
Markus: Auch die. Allerdings bekleide ich keine Ämter oder Positionen, für die ich ständig abrufbereit sein müsste. Meine Aufgaben im Stadtrat lassen sich gut mit meinen geschäftlichen Tätigkeiten vereinbaren.

Und wie geht es nun konkret weiter?
Markus: Wir werden am 18. März 2022 das Anno in Cala Ratjada eröffnen. Anfang Januar werden die letzten Formalitäten geregelt und dann fängt auch schon der komplette Umbau des alten Steak-Restaurants an. 
Jürgen: Wir ziehen den Laden komplett auf links. Da im Januar und Februar sowieso nicht viel los ist auf der Insel, nehmen wir uns die kompletten zwei Monate für die Umbauphase. Wenn wir dann am 18. März aufmachen, haben wir noch genügend Zeit, um uns bis Ostern einzuspielen. Denn dann beginnt die Saison.

Wie groß ist das Lokal?
Markus: Ungefähr so groß wie das Anno in Bad Salzuflen. Wir haben insgesamt zirka 160 Sitzplätze. Über dem Lokal befinden sich zudem drei Wohnungen, die wir mitgemietet haben. Erst einmal für uns, später vielleicht auch für unsere Gäste. Die Wohnungen haben alle einen direkten Meerblick auf den Yachthafen.

Was gibt euch die Zuversicht, dass das Anno in Spanien laufen wird?
Markus: Naja, über die Vorzüge des Lokals haben wir ja schon gesprochen. Und dass das Anno-Konzept funktioniert, zeigt die Kneipe in Bad Salzuflen schon seit elf Jahren. Außerdem werden wir vor Ort ein starkes und vor allem verrücktes Team haben. So eine Kombination wie die mit Jürgen und unserem brasilianischen Freund Rafael ist selbst auf Mallorca etwas Außergewöhnliches.

Und aus diesem Grund schafft es das Anno auf Mallorca auch ins Fernsehen …
Jürgen: Richtig. Aus einer Schnapsidee heraus haben wir uns bei Goodbye Deutschland! beworben. Und wir wurden angenommen. Wenn Markus und ich am 8. Januar unsere Auswanderung im Anno feiern, ist das Fernsehteam schon mit dabei.
Markus: Die Abschiedsfeier, unser Abflug aus Deutschland und unsere ersten Wochen auf Mallorca werden von Goodbye Deutschland! aufgenommen. Auch bei unserer Eröffnung in Cala Ratjada werden die Fernsehleute sicher dabei sein. Wann das Ganze dann ausgestrahlt wird, wissen wir allerdings noch nicht.
Jürgen: Ich denke, im Juni oder Juli wird das gezeigt werden.

In der Sendung Goodbye Deutschland! werden überwiegend Familien begleitet. Und das oft über mehrere Jahre hinweg. Wie passt ihr da rein?
Markus: Ich denke, dass wir gerade aufgrund dieser Kombination – Jürgen, Rafael und ich – interessant für die Zuschauer sein können. Wir bieten nicht die übliche Familiengeschichte, sondern etwas anderes.
Jürgen: Und was die Dauer angeht, wollen wir ja auch über viele Jahre auf Mallorca erfolgreich sein. Wir haben zwar zunächst nur einen Mietvertrag über ein Jahr, aber auch die Option, unsererseits immer wieder zu verlängern. Und diese Option wollen wir auch wahrnehmen. Gern mit Goodbye Deutschland!

Und wenn das Anno nicht läuft?
Markus: Dann ist das nicht gut, aber auch nicht tragisch. Weder Jürgen noch ich müssen vom Anno auf Mallorca leben können. Wenn das Lokal im ersten Jahr die Kosten einbringt, dann reicht das schon aus. Und alles Weitere entscheiden wir dann nach einem Jahr. 

Gibt es etwas, wovor ihr noch Bammel habt?
Jürgen: Angst haben wir nicht. Aber Respekt. Vor der Aufgabe und vor allem vor der Sprache. Allerdings sprechen neunzig Prozent der Menschen in Cala Ratjada deutsch. Also wird das mit der Verständigung auch klappen.
Markus: Außerdem haben wir ja Rafael an Bord. Und der spricht fließend Spanisch.

Was ist mit dem Anno in Bad Salzuflen? Befürchtet ihr nicht, dass das darunter leiden könnte, dass Jürgen nicht mehr hinter dem Tresen steht?
Markus: Im Gegenteil. Wir denken, dass das Anno und die Stadt Bad Salzuflen durch die Goodbye-Deutschland!-Teilnahme noch interessanter für die Menschen wird. Und das Team um Uwe herum wird ja auch hierbleiben.
Jürgen: Außerdem werde ich ja immer mal wieder rüberkommen und auch einige Tage bleiben. Wer mich dann treffen will, kann das im Anno tun. Die Reisen nach Deutschland werde ich rechtzeitig über Facebook bekanntgeben. Und wenn jemand möchte, kann er mich dann auch vom Flughafen abholen und ins Anno bringen.

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