Stadtgeschichte(n): Salzuflen, deine Friedhöfe

Ehemalige Volksschule in der Brunnengasse in den 1940er Jahren

Ehemalige Stadtschule um vermutlich 1945 // Foto: Sammlung Meinardus / Stadtarchiv

Achtzehn Friedhöfe gibt es im Stadtgebiet, bei einigen wird um deren Fortbestand gebangt.

Das Bestattungswesen war in Bad Salzuflen schon immer Veränderungen unterworfen. Die Stadtchronik vermerkt Funde von Bestattungsstätten, die bis in die vorrömische Eisenzeit zurückgehen – also bis 300 Jahre vor Christi Geburt. Der älteste Friedhof der Kernstadt befand sich an der Stadtkirche, die um das Jahr 1400 erbaut wurde. Erst nach 1840 wurde dieser Friedhof geschlossen und eingeebnet. Fortan diente das Gelände als Hof bzw. Platz der gegenüberliegenden Stadtschule. Sogar in den 1990er-Jahren wurden hier noch Überreste von Verstorbenen gefunden. Sie wurden auf den Friedhof an der heutigen Rudolph-Brandes-Allee umgebettet, der sich um 1840 noch vor den Toren der Stadt befand.

Beim Bau der Rudolph-Brandes-Allee wurde der einst rechteckige Gottesacker zugeschnitten, erneut mussten Umbettungen vorgenommen werden. Nach einem Ratsbeschluss, der 2017 gefasst wurde, soll der Friedhof irgendwann nur noch als Denkmal weiterbestehen.

Gedenkstein Nicolaus Dürkopp, Gründer der Dürkoppwerke Bielefeld

Gedenkstein Nicolaus Dürkopp // Foto: Sammlung Meinardus / Stadtarchiv

1885 entstand der heutige Friedhof zwischen Herforder Straße und Gröchteweg. Am Ende des Ersten Weltkrieges wurde zudem der Obernbergfriedhof angelegt. Hier finden alljährlich die Kranzniederlegungen zum Volkstrauertag statt. Die beiden jüdischen Friedhöfe in Bad Salzuflen und Schötmar sind heute nur noch Denkmäler. Die Ruhestätte am Werrefriedhof in der Oerlinghauser Straße wurde bis 1955 belegt, das letzte Begräbnis auf dem Salzufler Judenkirchhof an der Werler Straße fand 1939 statt. Letzterer wurde 1607 erstmals urkundlich erwähnt und gilt als einer der ältesten jüdischen Friedhöfe in Lippe. 1941 wurde das Gelände von den Nazis beschlagnahmt und an einen Kaufmann veräußert. Einen Großteil der Grabsteine ließ er abräumen. Nach 1945 wurde der Friedhof teilweise mit einer Halle überbaut, bis die Stadt 1987 das gesamte Friedhofsgelände erwarb. Nach Abriss der Halle wurde das Gelände neugestaltet. Seit dem 9. November 1989 erinnert ein Gedenkstein an die 63 Holocaust-Opfer der einstigen jüdischen Gemeinden von Schötmar und Bad Salzuflen.

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